Reisebericht – Teil 12:

Bericht 12: Entdeckungen auf dem 5. Kontinent

Sydney - das Tor zu Australien
Schon die Einfahrt in den Hafen - frühmorgens bei Sonnenaufgang - ist ein bleibendes Erlebnis. Im Schein der aufgehenden Sonne passieren wir das weltbekannte Opernhaus und fahren unter der beeindruckenden "Harbour Bridge" hindurch. Unser Liegeplatz befindet sich unweit der Stelle, wo die "First Fleet" 1778 unter Commander Philipps ankerte. Von diesem Naturhafen aus besiedelten ein paar Soldaten und Hunderte Strafgefangene diesen Kontinent. Sydney Cove, benannt nach dem Innenminister Lord Sydney, entwickelte sich zur "Glamour-City" Australiens.

"You start Pier 26 to Circular Quay!" Unser Taxifahrer fackelt nicht lange, er fährt los! "That is a must-do, when you´re here!"

Wir kriegen für 23 Dollar eine perfekte City-Blitz-Einweisung inklusive 15 Minuten Transfer vom Schiff zu "Darling-Harbour", der Mutter aller Startplätze, wie unser Driver standfest beschwört. Etwas unsicher aber mutig lassen wir uns darauf ein. Kaufen ein daily "Ferry-Bus"-Ticket und starten unsere Erkundungstour zünftig per "City-Cat-Ferry" eine bunte Mischung aus "Hadag-Bügeleisen", "Holunder-Jet" und Alsterdampfer!

Sydneys vielfältige Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus anzusteuern war ein ganz entscheidender Tipp! Nur so konnte man flott mehrere Tagesziele bequem sitzend erreichen, mit dem Bus oder zu Fuß durch die verstopfte Innenstadt kaum machbar! Den besten Blick auf die Oper hat man übrigens von der Fähre! Station Kirribilli nach Circular Quay!

Beim Erkunden der Innenstadt erleben wir im Stadtteil "The Rocks" die Vorbereitungen zum Chinesischen Neujahrsfest. Heute Abend, Rosenmontag in Deutschland, wollen wir da unbedingt hin. Zwischen "Harbour Bridge" und Oper wird eine bunte chinesische "Terrakotta-Armee" aufgebaut, die bei Einsetzen der Dunkelheit strahlend leuchten soll! Es war proppevoll! Was für ein tolles Spektakel! Rosenmontag auf chinesisch! Die Foto-Akkus der chinesischen Besucher machten reihenweise schlapp! Straßenhändler verkauften Batterien! Ich glaub's nicht! Das sind Geschäftsideen!

Nächster Tag. Die Strände der Stadt "Watsons Bay" und "Bondi Beach" erreichen wir per Bus. Hier unternehmen wir Küstenspaziergänge entlang der Buchten und genießen den erfrischenden Seewind.

Am Abend des zweiten Tages müssen wir leider weiter! Hier wären wir gerne länger geblieben. Ein Highlight dieser Reise!

Eines der größten Naturwunder der Erde
Weiter geht es gen Norden Richtung Queensland und dem Great Barrier Reef.

Wir erreichen Brisbane bei subtropischen Temperaturen, nachdem wir fast 3 Stunden den gleichnamigen "River" hochgefahren sind. Ein kurzer, aber heftige Schauer empfängt uns schon an der Pier! Es ist jetzt Regenzeit. An der Rezeption gibt´s noch Schirme! Gibt es auch nicht auf jedem Schiff! Uns fällt auf, dass die Einheimischen genauso denken - man sieht viele mit Regenschirm. Während unserer Rundfahrt durch die 2-Millionen-Stadt sehen wir versteckt neben den vielen Wolkenkratzern, einige gut erhaltene und liebevoll restaurierte Kolonialhäuser. Aber in unseren Köpfen ist das herausragende Sydney noch zu fest verankert, da kann Brisbane auch mit seinen vielen Parks und den Tropen-Gärten nicht mithalten! Nur die modern durchgestylte Fluß und Uferpromenade hat uns zum Schluss milde gestimmt.

Nördlich von Brisbane, ungefähr in der Höhe von Fraser Island bis zur Nordspitze von Australien erstreckt sich das Great Barrier Reef. Dieses Naturwunder mit seinen 2900 einzelnen Riffe und 600 Inseln bildet einen 2000 Kilometer langen Wall entlang der Küste. Aus der Vogelperspektive erscheint das Riff im tiefblauen Pazifik als weiße gezackte Linie mit smaragdgrünen bis tükisblauen Flecken. Manche Korallengärten sind so fein wie versteinernte Spitzen, andere wiederum wirken sehr massiv. Die Farben der Korallen reichen von zartgrün bis feuerrot. Es leben hier 1500 Arten farbenprächiger Fische. Es ist eins der größten Naturwunder!

Allerdings ist das nur vom Glasbodenboot aus zu bewundern.

Wir können nur von den Außendecks verfolgen, wie nah wir den gefährlichen Riffs sind, die sogar dem sehr umsichtigen Captain Cook eine Havarie bescherte. Hier hat man inzwischen ein paar Seezeichen aufgestellt.

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