Reisebericht – Teil 11:

Reisebericht 11: Verkehrte Sternzeichen und Neuseeland

Kein Land in Sicht! Immer nur Seetag! Ich will an Land!
Es wird kälter..."nur noch 25 Grad!" Die See wird rauer..."man sieht ja schon Schaumköpfe!" Vereinzelte Wolkenfelder..."die sollen mal dahinten langfahren, da ist Sonne...! Die Ungeduldigen scharren mit den Hufen, wollen an Land. Die Meckerfront wird zügig ausgebaut. Erste Abschnitte erreichen nächsten Morgen das Restaurant: "...die Mettwurst wird auch immer fetter! .... heute sind die Brötchen richtig lapperig gewesen!" "Auf der Artania war das alles besser", mäckelt unsere grantige "Oma Meta" vom Nebentisch und setzt noch einen drauf: "da gab's auch mehr Windschatten! Hier zieht das immer so!" Finden wir nicht und ziehen draußen unsere "Schnupper-Runde". Mit Erfolg! Ein Liegestuhl mit kuscheliger Decke, das ist ein herrvoragender "Träumer"-Tag!

Unter Anleitung unseres Planetariumsdirektors Prof. Übelacker blicken wir heute in die Sterne. Mittschiffs, ganz oben zwischen Shufflebordplatz und Bocciafeld versammeln sich um 23 Uhr etliche Sterngucker. Der Sicherheitsoffizier sperrt die Decks und schaltet alle Lampen aus! Völlige Dunkelheit! Ganz still erscheint das Meer, glitzernde Wellen im fahlen Mondlicht! Dann quäkt ein Megafon: "Schauen Sie auf den Schornstein!" Mit einem kräftigen Laserstrahl eröffnet der Professor von hier aus den Weg durch die riesige Himmelskuppel! Funkelnde Sterne, so weit das Auge reicht! Der grüne Laserstrahl reicht fast bis zum AlphaCentauri. Auf der Südhalbkugel stehen alle uns bekannten Sternzeichen "verkehrt"! Ohne fachliche Laserberatung auf der Südhalbkugel hätte sie keiner wiedererkannt. "Guck, der große Wagen ist ja umgekippt!" Stimmt genau. Und unser "Nordstern"? Den gibt's hier nicht! Dafür haben wir das "Kreuz des Südens", die "Leitsterne" der Südhalbkugel kennengelernt. Und "sooo viele!" Sternschnuppen, staunten wir zum Schluss. Es war ein wirklich gelungenes "Himmelsfest" mit dem ein Wissenschaftler "sein Publikum" zuerst ins Entzücken und dann ins Erstaunen setzte.

Wir erreichen Neuseeland
Unser erstes Ziel Tauranga. Nach ausgiebigen Landspaziergängen um den "Mount" sind die Passagiere wieder hochmotiviert für den nächsten Meilenstein! Unser Südsee Abenteuer endet morgen in Auckland. Danach beginnt der dritte Abschnitt: Australien und Asien. Die einen freut's! Die anderen müssen packen.

Ist hier seit zwei Tagen Dauerthema! Über die Hälfte der Gäste muss sich vermutlich noch einstellen auf die künftigen Airline-Angebote "Tagescocktail aus Bechern" und "Aero-Schnitzel an Pappe"! Uns scheint auch eine gute Handvoll der "Nörgler-Fraktion" und "Liegestuhl-Besatzer" zu verlassen. Nachbartisch und Fangemeinde von Inge vom

"Laundry-Infocenter" überlegen einen "Winke-Winke-Trupp" an die Reling zu entsenden. Finale Versöhnung! Solche Späßchen kann sich die Besatzung nicht erlauben, während die "Neuen" schon im Sinkflug begriffen sind und behutsam versuchen, die Beine auf Stellung "Gehen" zu programmieren, läuft auf dem Schiff der "Putz-Generalalarm". Wir, die "Durchfahrer", kennen das ja schon und verschwinden lieber. Die Crew verleiht diesen Titel recht uncharmant! Man fühlt sich wie ein Bahnfahrer im "ICE Frankfurt/Hamburg", der in Hannover zum Sitzenbleiben aufgefordert wird.

Die Durchfahrer also, haben sich schon rechtzeitig Alternativprogramme für Auckland ausgesucht. Land- und Leute-Ausflüge sind erste Wahl. Wir setzen auf ÖPNV und "Curry-Wurst!" Wollen ein bißchen Heimat schmecken und prüfen, ob der Magen sich auch mal über ein zwei-Sterne-Menü freut! A la "Best of " vom Curry-Pavillon-Bergedorfer Straße in Geesthacht. Sind viel in Downtown rumgekommen, haben viel gesehen! "Currywurst" war nicht dabei! Aber die Stadtrundfahrt in Bus und U-Bahn ist okay! Kann sich jemand zu Hause vorstellen, sich beim Busfahrer für die Fahrt zu bedanken? Die Einheimischen winken sogar von der Mitteltür zum Busfahrer rüber: "Bye! Thanks!" Und der - unvorstellbar - winkt zurück! Die ersten Male dachten wir noch – die kennen sich bestimmt! Nach 10 Stationen steigen wir hinten aus, winken und bedanken uns. Der Fahrer grüßt zurück! Guten Morgen, Deutschland!

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