Lauenburg

Ende August wird das neue Piratenschiff geentert

Benjamin Plate (hinten) und Alois Wartenberg freuen sich, dass die Montage des Piratenschiffes nun beginnen kann.

Benjamin Plate (hinten) und Alois Wartenberg freuen sich, dass die Montage des Piratenschiffes nun beginnen kann.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Der Spielplatz am Schloss wird rollstuhlgerecht umgebaut. Die Neugestaltung kostet 80.000 Euro. Umbau verzögerte sich wegen Corona.

Lauenburg. Vor fünf Jahren wurde Lauenburgs erster Kinder- und Jugendbeirat gewählt. Ein Thema hatten sich die Interessenvertreter der jüngsten Bewohner von Anfang an auf die Fahnen geschrieben: Die schlimme Situation der Spielplätze in der Stadt.

Mittlerweile hat sich einiges getan: Im Oktober 2017 beschlossen die Politiker einstimmig, nicht nur schrittweise den Sanierungsstau auf den zwölf städtischen Plätzen zu beseitigen, sondern auch Umgestaltungen zu planen. Bald kann die Stadtverwaltung einen Haken an ein Vorhaben ganz in ihrer Nähe machen: Seit gestern wird der Spielplatz vor dem Schloss gründlich auf Vordermann gebracht – und zwar so, dass er auch von Rollstuhlfahrern befahren werden kann.

Kinder haben Spielplatz am Schloss mitgeplant

Der Spielplatz liegt zentral und wird normalerweise gern genutzt. Doch er war in die Jahre gekommen. Weil die künftigen Nutzer die besten Experten in Sachen Spielplatz sind, hatte das Jugendzentrum vor drei Jahren dazu eingeladen, Ideen zu entwickeln. Seilbahn, Kletterturm und ein Piratenschiff standen ganz oben auf der Wunschliste. Die Stadt hatte bereits vor acht Jahren gute Erfahrungen damit gemacht, Kinder in die Planung einzubeziehen: Über den Platz an der Hardingstraße, in der Nähe des Familienzentrums, hatten sich damals die Kinder der evangelischen Kita Graf-Bernhard-Ring Gedanken gemacht. Nach ihren Zeichnungen ist dort ein Spielplatz mit Matschstrecke und Kletterhügel entstanden.

Im November 2018 wurde dann der Jugendplatz am Schüsselteich eingeweiht – ebenfalls nach Ideen und Entwürfen der späteren Nutzer. Die kleinen Planer des Spielplatzes am Schloss mussten allerdings viel Geduld aufbringen und auch ein paar Abstriche machen. Grund dafür ist allerdings in diesem Fall nicht die klamme Haushaltslage der Stadt. Zum Spielplatzplan am Schloss hat auch das Denkmalschutzamt ein Wort mitzureden.

Denkmalschutz stimmt Kompromiss für Spielplatzplanung zu

Der Platz war 1996 aus Spenden anlässlich der Trauerfeier für Lauenburgs verstorbenen Bürgermeister Manfred Sauer finanziert worden. „Die Denkmalschutzbehörde hatte damals nur aus Gründen der Pietät auf ein Veto verzichtet“, hatte Bauamtsleiter Reinhard Nieberg im Oktober 2017 vor dem Bau- und Planungsausschuss erzählt.

Nach einigen Beratungsrunden mit dem Lauenburger Bauamt hat die untere Denkmalschutzbehörde grünes Licht für die Planung gegeben: Herzstück des neuen Spielplatzes am Schloss wird das dreiteilige Piratenschiff sein. Das wird zünftig ausgestattet mit Kletterwand, Rutsche, Laufseil, Kanonenluke, Hängeleiter und einem drehbaren Fernrohr aus Edelstahl. Und wie es sich für ein echtes Piratenschiff gehört, darf auch ein Mast mit Aussichtskorb und Fahne nicht fehlen.

Das Schiff aus witterungsbeständigem Robinienholz wurde von einem Spielgerätehersteller aus Rheinland-Pfalz geplant. Eigentlich sollte die Montage schon im April starten, aber daraus wurde nichts. „Erst gab es Probleme mit der Lieferung des Holzes und dann kam uns Corona dazwischen“, sagt Alois Wartenberg aus dem Bauamt.

TÜV muss noch grünes Licht geben

Neben dem Schiff sind Kleingeräte geplant und ein Sandspieltisch, der auch von Kindern im Rollstuhl genutzt werden kann. Fest gepresste Holzschnitzel und eine entsprechende Zufahrt sollen dafür sorgen, dass der Platz weitgehend barrierefrei ist.

Etwa zwei Wochen dauert es, bis der Beton ausgehärtet ist, der dem Piratenschiff die notwendige Stabilität gibt. Und dann muss der TÜV noch grünes Licht geben. Insgesamt lässt sich die Stadt die Neugestaltung etwa 80.000 Euro kosten. „Wir gehen davon auch, dass die Kinder das Piratenschiff Schiff Ende August entern können“, stellt Benjamin Plate aus Lauenburgs Bauamt in Aussicht.