Neue Kampagne

Wasserwacht aus Sachsen legt Zwischenstopp in Lauenburg ein

Florian Lieberwirth, Felix Birkner und Nils Rücker von der Wasserwacht Chemnitz sind von Dresden bis Lauenburg bereits 514 Kilometer auf der Elbe gefahren. Die letzte Etappe führt über Geesthacht in den Hamburger Hafen.

Florian Lieberwirth, Felix Birkner und Nils Rücker von der Wasserwacht Chemnitz sind von Dresden bis Lauenburg bereits 514 Kilometer auf der Elbe gefahren. Die letzte Etappe führt über Geesthacht in den Hamburger Hafen.

Foto: Isabella Sauer

Von der Semperoper bis zur Elbphilharmonie: Mitglieder der Wasserwacht Chemnitz werben für Kampagne und fahren über Elbe nach Hamburg.

Lauenburg .  „#Schau Auf das Wasser, nicht auf dein Smartphone“ lautet eine Kernbotschaft der aktuellen Kampagne der DRK-Wasserwacht und der DLRG Dresden. Um diese Botschaft in ganz Deutschland zu verbreiten, haben sich drei Wasserretter von Dresden über die Elbe auf den Weg nach Hamburg gemacht. Dabei legten sie einen Zwischenstopp in Lauenburg ein, trafen Mitglieder der DRK-Wasserwacht aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

Felix Birkner, Florian Lieberwirth und Nils Rücker von der Wasserwacht Chemnitz hatten die Idee zu dieser Kampagne. Am 18. Juli starteten sie ihre Tour auf der Elbe in den hohen Norden. „Wir haben in Mühlberg, Wittenberg, Magdeburg, Havelberg Halt gemacht und jetzt in Lauenburg“, erzählt Nils Rücker und schaut auf das Alu-Rettungsboot, das beim Skippertreff Marina im Lauenburger Yachthafen liegt und hin und her schaukelt. Bis Lauenburg haben die drei Wasserretter 514 Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt. Bis zum Hamburger Hafen sind es jetzt noch etwa 60 Kilometer.

Wasserwacht aus Sachsen fährt zur Elbphilharmonie

Die drei Männer haben für die Aktion extra Urlaub genommen. „Wir machen das ja alles ehrenamtlich“, erzählt Rücker. Gleiches gilt auch für die anwesenden Wasserretter aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Auch sie haben sich für den heutigen Tag frei genommen, um ihre Kollegen bis zur Elbphilharmonie zu begleiten.

Für die drei Chemnitzer steht aber nicht nur die reine Überlieferung der Botschaft „Schau auf das Wasser und nicht auf das Smartphone“ im Vordergrund der Aktion. „Uns war es auch wichtig, dass wir mal die anderen Wasserwachten an der Elbe kennenlernen“, so Felix Birkner. Das sei gelungen, an allen Zwischenstopps seien hätten Kollegen sie herzlich begrüßt. Auch in Lauenburg fuhren ihnen zwei Rettungsboote der DRK-Rettungswacht Herzogtum Lauenburg entgegen.

Immer mehr Erwachsene schauen aufs Smartphone

Doch was steckt nun genau hinter der #Schau-Auf-Kampagne? „Grundsätzlich wollen wir auf die Sicherheit an Badegewässern aufmerksam machen. Denn wir beobachten immer häufiger, dass Erwachsene und Jugendliche an den Badegewässern ihr Smartphone nutzen und somit unaufmerksam sind“, berichtet Florian Lieberwirth. Das sei sehr gefährlich.

Gleiches beobachten auch immer häufiger die Wasserretter aus dem Lauenburgischen. Dazu sagt Kreiswasserwachleiter Patrick Schröder: „Gerade jetzt, wo coronabedingt viele Menschen im Sommer zu Hause bleiben, sind die heimischen Badegewässer gut besucht. Bewachte, wie auch unbewachte.“ Leider gebe es aber immer häufiger den Fall, dass Erwachsene mit ihrem Handy anstatt mit der Aufsicht ihrer Kinder beschäftigt seien. „Dabei liegt auch in bewachten Schwimmbädern die Aufsichtspflicht primär bei den Eltern“, betont Schröder. „Das wird gern mal vergessen.“

Über das Smartphone nicht die badenden Kinder vergessen

Mit der Kampagne soll über die Gefahren beim Badespaß informiert und dafür sensibilisiert werden. Grundsätzlich gelte: Schau auf deine Kinder, deine Sicherheit, die Gefahren im Wasser, auf andere in Not, auf Signale und Hinweise. „Das ist eine ernstzunehmende und wichtige Botschaft, deswegen unterstützen wir die Kollegen aus Chemnitz“, so Schröder weiter.

Bevor es für die anwesenden Männer zurück auf die drei Boote geht, wird auf einer großen Flagge unterschrieben. „Somit haben wir eine Erinnerung“, sagt Florian Lieberwirth, reicht seinen neu kennengelernten Kollegen den Stift, zieht sich dann eine Rettungsweste über.

Vorbei an Hitzler Werft und Lauenburger Altstadt

Dann heißt es, auf die Boote, fertig, los. Der Motor surrt und Sönke Dreyer übernimmt die Steuerung. Es geht an der Hitzler Werft vorbei, am Lösch- und Ladeplatz, der wunderschönen Altstadt. Der Wellengang ist verhältnismäßig ruhig, die Sonne kommt langsam durch die Wolken hindurch. „Was für ein schöner Tag“, sagt Patrick Schröder zu seinen Kollegen Sönke.

Beide lieben ihr Ehrenamt und freuen sich, dass sie heute sogar bis in den Hamburger Hafen hineinfahren. „Das habe ich erst ein- oder zweimal gemacht. Beim Anblick des Hamburger Hafens und der Elbphilharmonie bekomme ich sicher eine Gänsehaut. Normalerweise sind wir ja nur in unserem Gebiet unterwegs“, sagt Patrick Schröder.