Auszeichnung

Deutscher Kita-Preis: Lauenburger Wabe auf Platz 2

Die Lauenburger Kita Wabe wurde bereits dreimal mit dem Titel „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Auch dieses Konzept überzeugte die Jury.

Die Lauenburger Kita Wabe wurde bereits dreimal mit dem Titel „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Auch dieses Konzept überzeugte die Jury.

Foto: Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey überbringt die gute Nachricht per Videobotschaft. Preisgeld: 10.000 Euro.

Lauenburg. Spannendes Finale um den Deutschen Kita-Preis 2020: Seit Dienstagabend steht fest: Die Lauenburger Kita Wabe gehört zu den vier Zweitplatzierten des Wettbewerbes in der Kategorie „Kita des Jahres“. Damit kann sich das Team um Leiterin Andrea Milewski über ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro freuen. Der erste Platz ging an die Kita Pinguin in Aurich.

Für den Kita-Preis 2020 hatten sich 1500 Kindergärten beworben. Eigentlich sollte die Entscheidung schon im Mai fallen, doch die coronabedingten Einschränkungen ließen die geplante Gala in Berlin nicht zu. Deshalb saßen die Vertreter der zehn Finalisten gestern gespannt vor dem Monitor, als gegen 18 Uhr Bundesfamilienministerin Franziska Giffey die Preisträger bekannt gab. „Wir sehen gerade jetzt, wie wichtig gute Kitas sind. Sie sorgen dafür, dass Mediziner, Verkäuferinnen, Pfleger und Polizisten den Laden am Laufen halten können“, sagte sie in ihrer Videobotschaft. Mehr als 1500 Bewerbungen hätten gezeigt, dass sehr viele Einrichtungen eine hohe Qualität anbieten. Dabei sei es die Summe vieler Details, die Qualitätsarbeit in der frühkindlichen Bildung ausmache.

In der Kita Wabe stellen die Kinder die meisten Regeln auf

Die Kita Wabe bietet einige dieser Details, die die Jury aus dem Bundesfamilienministerium überzeugte. Hinter dem pädagogischen Konzept „Kinderstube der Demokratie“ steckt die Idee, dass Kinder – wenn man sie lässt – ein gesundes Gespür für ihre eigenen Bedürfnisse haben. Die Kinder entscheiden, wann sie essen oder schlafen möchten, wer sie trösten oder mit ihnen Geburtstag feiern darf, wann sie draußen toben oder lieber singen wollen. Es gibt sogar eine Kindergartenverfassung, in der diese Rechte fest verankert sind: Die Kinder sollen lernen, sich zuständig zu fühlen für die eigenen Belange und Bedürfnisse.

Aber auch dem Wissensdurst der Kinder wird Rechnung getragen: Experimentieren, entdecken, beobachten und nachfragen – das machen die Kinder und Erzieher in dieser Kita den ganzen Tag lang. Was passiert, wenn man eine Brausetablette in Sonnenblumenöl gibt? Wie wird aus einer kleinen Raupe ein hübscher Schmetterling? Hoch im Kurs stehen auch das Spielen mit Zahlen und sogar technisches Zeichnen. Mit Zeichenbrettern, Geodreieck und Zirkel fertigen die Kleinen „Bauzeichnungen“ nach echten Vorlagen an. Für diese frühe Förderung der Kinder bekam die Lauenburger Einrichtung bereits drei mal den Titel „ Haus der kleinen Forscher“. Er wird von der Stiftung „Kleine Forscher“ für jeweils zwei Jahre verliehen.

Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit verschiedenen anderen Stiftungen. Nach Ansicht der Jury soll die Auszeichnung Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung setzen und das Engagement der Menschen würdigen, die tagtäglich in Kitas zeigen, wie gute Qualität vor Ort gelingt.