Lauenburg

Doppelhaushalt: Stadt will den Rotstift ansetzen

Das Katastrophenschutzzentrum an der Reeperbahn 22 weist erhebliche bauliche Mängel auf, wie eine Gefährdungsanalyse ergeben hat.

Das Katastrophenschutzzentrum an der Reeperbahn 22 weist erhebliche bauliche Mängel auf, wie eine Gefährdungsanalyse ergeben hat.

Foto: BGZ

2020/2021 keine großen Baumaßnahmen im Katastrophenschutzzentrum geplant. Verwaltung hat sich Haushaltsentwurf erneut vorgenommen.

Lauenburg. Der Entwurf für den Doppelhaushalt 2020/2021 war längst fertig und wurde in den politischen Gremien auch schon diskutiert. Doch dann begann die Corona-Krise, deren wirtschaftliche Folgen auch an Lauenburg nicht spurlos vorbeigehen werden. Die Verwaltung hat sich mittlerweile den Haushaltsentwurf noch einmal vorgenommen. „Die Baumaßnahme Katastrophenschutzzentrum wurde in die mittelfristige Finanzplanung ab 2022 verschoben“, heißt es in der Veränderungsliste, die die Verwaltung zur Stadtvertretersitzung am kommenden Dienstag vorlegen wird. Die Politik muss dann entscheiden, ob sie dem Verwaltungsvorschlag folgen will.

Die schlechten Zustände im Katastrophenschutzzentrum an der Reeperbahn sind seit Jahren bekannt: Es fehlt an Absauganlagen für Auspuffgase und geeignete Umkleideräume. Auch sogenannte schwarze und weiße Bereiche und damit eine Trennung von sauberen, privaten und verdreckten, dienstlichen Kleidungsstücken gibt es nicht. Ganz zu schweigen von maroden Elektroanlagen. Alles Bedingungen für die Feuerwehr, die längst nicht mehr zeitgemäß sind. Auf Antrag der CDU beschloss die Politik im Jahre 2018 einen Masterplan und damit eine besondere Priorität, die Zustände dort zu ändern.

Januar: Streit zwischen Bürgermeister und Wehrführer

Im Januar dieses Jahres war es zu einem Streit zwischen Bürgermeister Andreas Thiede und Wehrführer Lars Heuer gekommen. Anlass war Heuers Rede auf der Jahresversammlung der Wehr, in der er mit deutlichen Worten die Missstände beklagte. Dies wollte Thiede nicht auf sich sitzen lassen. Als er von den Plänen der Stadt für das K-Zentrum sprach, soll die Bemerkung „Das ist doch nur heiße Luft“ gefallen sein. Dies verärgerte den Verwaltungschef so sehr, dass allen Mitgliedern der Wehr ein persönlicher Brief ins Haus flatterte. „Derzeit gehe ich davon aus, dass Gesamtinvestitionen in Höhe von 9,5 Millionen Euro für eine durchgreifende Sanierung oder einen (Teil-)Neubau erforderlich sein werden“, schrieb er den Kameraden. Außerdem wollte er die aus seiner Sicht ungerechtfertigten Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen. „Ich darf Sie darum bitten, Ihrer Wehrführung auf diesem Weg nicht zu folgen“, appellierte er an die ehrenamtlichen Mitglieder Lauenburger Feuerwehr. Heuer wehrte sich gegen die faktische „Aufforderung zur Illoyalität, betonte aber: „Wir werden trotz allem weiterhin rund um die Uhr für die Sicherheit der Lauenburger da sein.“

Stadt will Baumaßnahmen bis 2025 abschließen

Auch wenn die Verwaltung an die großen Investitionen im K-Zentrum im aktuellen Haushaltsentwurf den Rotstift angesetzt hat, seien die Maßnahmen nicht vom Tisch, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. „Es war immer die Rede davon, dass wir 2025 damit durch sind und ich gehe davon aus, dass dies weiterhin realistisch ist“, betont er.

Später anfangen und das Ziel trotzdem halten – aus Sicht der Verwaltung ist das möglich, da die Zustände im Katastrophenschutzzentrum doch nicht so verheerend seien, wie ursprünglich gedacht. Tatsächlich sieht die Stadt in diesem Jahr eine Reihe von Investitionen im K-Zentrum vor. Zunächst soll die Absauganlage für die Auspuffanlage der Fahrzeuge installiert werden. Dafür sind 20.000 Euro im Haushaltsentwurf vorgesehen. 100.000 Euro sind für die Leistungen eines Statikers und eines Brandschutzgutachters geplant. Die hätten zwar noch nicht die Rechnung gestellt, aber schon eine erste Einschätzung abgegeben. Diese würde die Zurückstellung der großen Maßnahme rechtfertigen. „Noch im ersten Halbjahr dieses Jahres erwarten wir deren Expertenmeinung, ob eine Sanierung oder ein Neubau wirtschaftlicher ist“, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg.

Jetzt muss die Politik über den Vorschlag der Verwaltung entscheiden. Die Stadtvertretersitzung am Dienstag, 19. Mai, beginnt um 19 Uhr in der Albinus-Gemeinschaftsschule. Aufgrund der geltenden Abstandsregeln wurde sie in die Alte Sporthalle verlegt.