160 Eigentumswohnungen

Lauenburger Bauprojekt noch immer in den Startlöchern

Die Investoren Uwe Grothkopp (l.) und Markus Plate sowie Bürgermeister Andreas Thiede bei einem Vor-Ort-Termin im März 2019.

Die Investoren Uwe Grothkopp (l.) und Markus Plate sowie Bürgermeister Andreas Thiede bei einem Vor-Ort-Termin im März 2019.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Auf einem ehemaligen Kleingartengelände in Lauenburg sollen Eigentumswohnungen entstehen. Doch noch gibt es keinen Bebauungsplan.

Lauenburg.  Da ein blühender Busch, dort vereinzelte Tulpen – die Natur erinnert gerade daran, dass die Brachfläche an der Berliner Straße mal ein Kleingartengelände war. Vor vier Jahren wurden die 28 Parzellen plattgemacht, die Schreber von der Stadt entschädigt. Um das zwei Hektar große, kommunale Gelände hatte es lange politischen Streit gegeben. Die SPD wollte den Verkauf an einen Investor verhindern, der hier zwar 160 neue Wohnungen errichten will, davon allerdings keine öffentlich geförderte.

Doch damit konnte sich die Fraktion nicht durchsetzen: Im Februar vergangenen Jahres beschloss die Politik mit knapper Mehrheit den Verkauf des Geländes. Als Käufer sind später die np Projektentwicklung GmbH und die Lauenburgische Treuhandgesellschaft in Erscheinung getreten. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Mölln. „Die politische Diskussion darüber hat uns um ein halbes Jahr zurückgeworfen“, hatte Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede vor über einem Jahr gesagt. Er war aber überzeugt, dass der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan noch 2019 gefasst werden würde.

Noch gibt es keinen Bebauungsplan

Doch das ist nicht passiert. Bisher gibt es noch nicht mal einen Entwurf des Bebauungsplanes für das Vorhaben. Überhaupt ist es mittlerweile still geworden um das Projekt. Die SPD zeigt dafür kein Verständnis. Es ginge alles seinen behördlichen Gang und das dauere eben, soll die Verwaltung auf Nachfrage gesagt haben. „Die Politik wurde unter Druck gesetzt mit dem Argument, dass das Geld aus dem Grundstücksverkauf praktisch schon ausgegeben sei. Außerdem könne und wolle der Investor sofort loslegen. Nun hat man plötzlich alle Zeit der Welt, und das Geld muss auch nicht unbedingt sofort fließen“, wundert sich der Fraktionsvorsitzende Martin Scharnweber.

„Weil das künftige Wohnprojekt an einer Bundesstraße liegt, kommt dem Lärmschutzgutachten eine große Bedeutung für das Vorhaben zu“, sagt der Amtsleiter für Stadtentwicklung Reinhard Nieberg. Dieses Gutachten liege der Verwaltung seit Kurzem vor, sei aber noch nicht ausgewertet. Außerdem müsse die Zuwegung geklärt werden, ebenfalls eine Voraussetzung für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.

Topographie des Geländes als große Herausforderung

Das Areal an der Berliner Straße ist bereits seit den 1980er-Jahren als Wohngebiet ausgewiesen. Seit 2017 versucht die Stadt das Gelände an einen Käufer zu bringen. Doch die Verhandlungen liefen immer wieder ins Leere, die potenziellen Investoren sind alle wieder abgesprungen. „Das Gelände ist aufgrund der Topographie eine große Herausforderung, es gelte acht Meter Höhenunterschied zu überwinden“, erklärte Marcus Pape, Geschäftsführer der np Projektentwicklung GmbH im März vergangenen Jahres gegenüber unserer Zeitung. Und sein Partner Uwe Grothkopp von der Treuhand betonte: „Wir müssen die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten.“ Sorge, dass die Vermarktung der 160 zwischen 50 und 110 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen schwierig werden könnte, hatten die Investoren dennoch nicht. „Viele Senioren leben in Häusern, die zu groß geworden sind. Eine Eigentumswohnung entspricht ihren Lebensumständen oft viel besser“, sagte Pape. Aber auch junge Familien seien eine Zielgruppe. Deshalb ist auch ein öffentlich nutzbarer Spielplatz vorgesehen.

Investoren wollten mit Planung parallel beginnen

Die schwierige Parksituation in diesem Bereich soll eine Tiefgarage entspannen. Parallel zur Ausstellung des Bebauungsplanes wollten die Investoren mit der Planung des Projektes beginnen Mit welchen Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf die Stadt rechnen könne, wollten Pape und Grothkopp schon seinerzeit nicht sagen und auch Thiede hielt sich zurück. Das Verkaufsvolumen betrüge 30 Millionen Euro, war nur zu erfahren.

Ob die beiden Investoren die Planung des Bauprojektes bereits in Angriff genommen haben und ob es bei den Vorüberlegungen geblieben sei, ist derzeit nicht klar. Ebenso, ob der Kaufpreis bereits gezahlt wurde. Entsprechende Nachfragen bei der np Projektentwicklung blieben bisher unbeantwortet. Allerdings wird auf der Webseite des Unternehmens das Wohnbau-Vorhaben in Lauenburg unter der Rubrik „Kommende Projekte“ aufgeführt.