Lauenburg

Ein Gruß von Bord des Patenschiffes „Elbe“

Tender dienen als Unterstützung der Bootsgeschwader der Deutschen Marine. Sie versorgen kämpfende Einheiten mit Kraftstoff, Wasser, Lebensmitteln, Ersatzteilen und Munition.

Tender dienen als Unterstützung der Bootsgeschwader der Deutschen Marine. Sie versorgen kämpfende Einheiten mit Kraftstoff, Wasser, Lebensmitteln, Ersatzteilen und Munition.

Foto: [.Marine..] / [.Deutsche Marine..]

Kommandant schreibt Brief an die Lauenburger und macht in den schwierigen Zeiten Mut. Bald geht’s wieder raus auf See.

Lauenburg.  „Halten Sie der ,Elbe’ die Treue“, rief Korvettenkapitän Joachim Kriewitz nach einem Besuch der Mannschaft in Lauenburg. Über den zum Teil sogar tränenreichen Abschied schrieb die Lauenburgische Landeszeitung vor gut 52 Jahren – da bestand die Patenschaft der Schifferstadt zum Tender „Elbe“ der Bundesmarine sechs Jahre.

Der Zusammenhalt hat bis heute Bestand, natürlich nicht mehr mit derselben Besatzung – selbst das ursprüngliche Schiff wurde längst ersetzt. Neben Schützenfest, Volkstrauertag und Neujahrsempfang ist die Besatzung auch in der Vorweihnachtszeit in Lauenburg gerngesehen. Schließlich ist die Erbsensuppe, die die Matrosen kesselweise verkaufen, seit 1986 Kult. Tradition ist auch, die Einnahmen daraus für einen guten Zweck in Lauenburg zu spenden.

In einer Zeit, in der durch die Corona-Krise alle in schweres Fahrwasser geraten sind, schreibt Korvettenkapitän Sebastian Nacke einen Brief an die Stadt Lauenburg. Darin heißt es unter anderem: „Wir leben in bewegten und verrückten, bisweilen abstrusen Zeiten, die ein Höchstmaß an Flexibilität, aber auch Einschränkungen im täglichen Miteinander erfordern. Durch die Corona-Krise erleben wir erhebliche Beschränkungen, aber auch eine Menge Solidarität. Ich wünsche Ihnen Kraft, Durchhaltevermögen, Solidarität und einen gesunden Blick nach vorn. Nur das bringt uns in diesen Zeiten voran.“

Tender „Elbe“ bald wieder einsatzbereit

Geduld, die musste die Besatzung in den vergangenen zwei Jahren zur Genüge aufbringen. Seitdem wird das gut 100 Meter lange Versorgungsschiff, das 1992 beim Bremer Vulkan vom Stapel lief, gründlich auf Vordermann gebracht. Eigentlich sollte 2019 das Jahr der Vorbereitung sein. In diesem Jahr sollte die „Elbe“ in einem Natoverband unter norwegischer Führung unterwegs sein. Doch die normalerweise routinemäßige Wartung auf der Werft in Bremerhaven zog sich länger hin als gedacht. Eine „ruhige Kugel“ hat die Besatzung währenddessen nicht geschoben, sondern eine Reihe an Fortbildungen absolviert.

Die Zeit an Land dürfte jetzt bald zu Ende gehen. In Bremerhaven wird dem Tender jetzt der letzte Schliff verpasst: So wird derzeit der Funkraum komplettiert und auch die Bewaffnung installiert. Neue Beiboote bekommt der Tender ebenfalls. Zuletzt haben die Ingenieure noch ein Auge darauf, dass das Schiff stets stabil im Wasser liegt.

„Am 18. März konnten wir die Werftprobefahrt durchführen. Dieser Tag, immerhin knapp 15 Stunden Seefahrt, zeigte unserer Besatzung, warum sie diesen Beruf gewählt haben und führte zu einer Menge fröhlicher, lachender Gesichter“, schreibt der Kapitän in seinem Brief nach Lauenburg.

Und noch etwas wünscht sich der Befehlshaber des Patenschiffes: „Meine Besatzung und ich freuen uns bereits auf unser nächstes Zusammentreffen, wann immer das auch sein mag.“