Lauenburger Marina

Corona-Krise bremst auch Skipper aus

Freizeitskipper kriegen ihre Boot nicht ins Wasser

Freizeitskipper kriegen ihre Boot nicht ins Wasser

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

In der Lauenburger Marina liegen die Boote derzeit noch im Winterquartier. Schuld daran ist die Corona-Krise. Andere Häfen machen ganz dicht.

Lauenburg.  Das ist die Zeit, auf die sich Freizeitkapitäne am meisten freuen: Nach langer Winterpause kommen endlich die Boote wieder ins Wasser. Doch in diesem Fall ist alles anders. Die Corona-Krise bremst auch die Skipper aus.

„Um die großen Schiffe per Kran ins Wasser zu hieven, brauchen wir mindestens vier Leute. Damit könnten wir das verordnete Kontaktverbot gar nicht einhalten“, sagt die Hafenmeisterin der Lauenburger Marina, Yildiz Frühauf. Außerdem sei die sogenannte Kranung in jedem Jahr der zünftige Auftakt der Saison und damit eine Veranstaltung, die derzeit ohnehin nicht gestattet sei. „Wir hatten für kommenden Sonnabend den Kran organisiert. Aber ich habe den Termin abgesagt“, erläutert die Hafenmeisterin. Überhaupt sei derzeit so vieles unklar. „Wenn ein Skipper aus Mecklenburg-Vorpommern sein Boot nach Hause holen will, ist das dann nur eine Überführung oder eine touristische Angelegenheit?“, fragt sie sich.

Die meisten Skipper haben Verständnis

Neun große Schiffe liegen derzeit in der Bootshalle der Marina, ihrem Winterquartier. Dazu einige kleinere, die mit einer Slipanlage zu Wasser gebracht werden könnten. So eines gehört auch Günter Latz. Der 80-jährige Lauenburger ist seit Jahrzehnten Freizeitkapitän. Dieses Boot ist allerdings eine Neuanschaffung und er hatte sich auf die erste Saison sehr gefreut. Das ist im Moment aber kein Thema für ihn: „Klar könnte ich mein kleines Boot zu Wasser lassen. Aber mir fehlt der Spaß daran. Die Situation ist ernst genug“, sagt er. Und so werkelt der Rentner derzeit noch ein wenig an seinem Boot herum. Zu tun gebe es auch an Land genug, sagt er.

Auch Marc Klingenberg hat Verständnis, dass die Kranung der Boote bis auf Weiteres verschoben ist. In der Bootshalle der Lauenburger Marina sieht er für einen befreundeten Skipper kurz nach dem Rechten. Sein eigenes Boot liegt anderswo – ebenfalls noch im Winterquartier. „Es gibt derzeit wirklich Wichtigeres, als Boote an Land“, sagt er.

„Die meisten Skipper finden sich mit der Situation, die wir ja nicht ändern können, ab. Nur einer hat gefragt, ob er die Liegegebühren zurückbekommt“, berichtet Yildiz Frühauf. Rund 1500 Euro müssen die Skipper pro Jahr für einen Platz an der Lauenburger Marina bezahlen – unabhängig davon, ob das Boot in der Winterhalle liegt oder an den Steganlagen.

Derzeit muss Yildiz Frühauf immer mehr Buchungen streichen und zwar schon für die gesamte Saison. „Die Leute wissen ja nicht, wann sie wieder nach Schleswig Holstein dürfen. Natürlich wollen sie daher kein Risiko eingehen. Es werden wohl viele Plätze leer bleiben“, bedauert sie. Gleiches gelte für den Wohnmobilstellplatz gleich nebenan. „Absagen über Absagen. Die Saison ist jetzt schon gelaufen.

Andere Jachthäfen stellen Betrieb komplett ein

Mit der Entscheidung, die Boote in der Halle zu lassen, steht die Lauenburger Hafenmeisterin nicht allein. Die Hamburger Jachthafen-Gemeinschaft hat den Betrieb seit vergangenen Montag bis vorerst 5. April komplett eingestellt. Die Hafenanlagen und deren Einrichtungen dürfen in dieser Zeit nicht betreten werden. „Das Übernachten auf bereits im Wasser befindlichen Booten ist untersagt“, hat der Vorstand den Mitgliedern jetzt in einem Schreiben mitgeteilt. Von der Betriebsschließung sei auch das Winterfreilager und Winterhallenlager betroffen. „Für die im Wasser liegenden Boote besteht die Möglichkeit eine Leinenkontrolle durchzuführen. Diese ist für maximal 30 Minuten vorgesehen“, so die strenge Vorschrift.

Ähnlich sieht es im Sportboothafen Wedel aus. Hier dürfen jedoch beispielsweise Skipper aus Hamburg noch nicht einmal die Leinen der Boote kontrollieren, die bereits im Wasser sind. Außerdem dürfen derzeit an den Booten keine Arbeiten vorgenommen werden.