Altstadt

„Wir für Lauenburg“ – Initiative scheitert noch vor Gründung

Carsten Uhlig hatte die ganze Stadt im Blick und scheiterte mit dieser Idee.

Carsten Uhlig hatte die ganze Stadt im Blick und scheiterte mit dieser Idee.

Foto: Karin Lohmeier / BGZ/Karin Lohmeier

Der Arbeitskreis Altstadt hatte sich aufgelöst, die Initiative „Wir für Lauenburg“ sollte folgen. Doch der Plan ging nicht auf.

Lauenburg. Das Interesse war riesig, die Begeisterung groß: 60 Lauenburgerinnen und Lauenburger hatten sich im Dezember vergangenen Jahres getroffen, um die Initiative „Wir für Lauenburg – Die Kleinstadt von morgen“ zu gründen. Die Idee dazu hatte Carsten Uhlig von der Galerie „ZukunftsZone“ an der Elbstraße. „Ich wünsche mir mehr Mut von allen. Im Moment kocht in Lauenburg jeder sein eigenes Süppchen“, sagte er während der Informationsveranstaltung.

Die Idee: Altstadt und Oberstadt verbinden

Doch der Versuch, die verschiedenen Initiativen zu vernetzen, ist gescheitert – zur Gründung der Bürgerinitiative ist es gar nicht erst gekommen. „Man kann nicht langfristig planen und kurzfristig immer verlieren“, teilte Uhlig jetzt in einer E-Mail an die Bewohner der Altstadt mit. „Auflösung der Initiative“ steht in der Betreffzeile. Grund seiner Enttäuschung dürfte nicht nur der andere „Ansatz-Richtung-Willen“ im Vorbereitungsteam sein. Offenbar fand er zu wenig Mitstreiter für seine Idee, Altstadt und Oberstadt zusammenwachsen zu lassen. In verschiedenen Arbeitsgruppen wollten die Initiatoren eigentlich für verschiedene Themen, die ganz Lauenburg betreffen, Lösungsansätze finden.

Ursprünglich sollte die Initiative eine Alternative zum Arbeitskreis Altstadt (AAL) sein. Dessen Gründungsmitglieder hatten sich im Jahr 1998 zahlreiche Betätigungsfelder auf ihre Fahnen geschrieben. 2002 wurde der AAL zu einem eingetragenen Verein. Doch in den vergangenen drei Jahren kamen immer weniger Mitglieder zu den Versammlungen, bei der Hauptversammlung im September war man nicht einmal mehr beschlussfähig. Ein Brandbrief kursierte, es gebe noch viele ungelöste Probleme, die Arbeit müsse weitergehen. Doch der AAL löste sich schließlich auf – und die Initiative „Wir für Lauenburg“ hat es nicht mal bis zur Gründung geschafft.

Initiativen für Altstadt laufen weiter

„Für Altstadtbewohner Jörg Sönksen ist das kein Grund zur Resignation. „Es gibt ja Initiativen, die sich mit den Themen der Altstadtbewohner beschäftigen. Er selbst wolle sich weiterhin in der Betroffenengemeinschaft Hochwasser engagieren. Auch für den „Tag des offenen Denkmals“ und den jährlichen Flohmarkt fühle er sich verantwortlich. „Andere wollen sich um einen Spielplatz in der Altstadt kümmern oder um bessere Wege“, kündigt er an.

Carsten Uhlig hat für sich einen Schluss gezogen: Er möchte sich in Zukunft auf „andere Baustellen im Leben“ konzentrieren. „Fähnlein im Wind, für mich geht es in kleinem Rahmen weiter, glücklicherweise“, schreibt er in seiner E-Mail an die Nachbarn.