Feuerwehreinsatz

Sturm: Gerüst droht, auf Elbbrücke zu krachen

Gerüst der Hitzlerwerft droht auf die Elbrücke zu kippen

Gerüst der Hitzlerwerft droht auf die Elbrücke zu kippen

Foto: Elke Richel / BGZ / Feuerwehr Lauenburg

Drei Stunden Einsatz der Lauenburger Feuerwehr: Der Sturm hatte ein Gerüst an der Hitzler-Werft gelöst, das drohte auf die Elbbrücke zu krachen.

Lauenburg.  „Das war wirklich knapp“, sagte Lauenburgs Wehrführer Lars Heuer Dienstagnachmittag nach dem Einsatz an der Hitzler-Werft. Mitarbeiter hatten gegen 14 Uhr bemerkt, dass sich das etwa 30 Meter hohe Gerüst an der Werfthalle gelöst hatte. Vorsorglich riefen sie daraufhin die Feuerwehr.

Was von unter noch relativ harmlos aussah, entpuppte sich von der Drehleiter der Feuerwehr aus als handfestes Problem. Sturmtief „Sabine“ hatte ganze Arbeit geleistet. „Das Gerüst hatte sich so weit gelöst, dass es tatsächlich jeden Moment hätte kippen können“, sagte Heuer. Das wäre allerdings wirklich fatal gewesen, denn dann wäre das Ungetüm direkt auf die Lauenburger Elbbrücke geknallt.

Vollsperrung für drei Stunden, auch Züge fielen aus

Aufgrund dieser Gefahr wurde die Elbbrücke sofort in beiden Richtungen gesperrt. Der einsetzende Feierabendverkehr sorgte für kilometerlange Staus in Lauenburg und auf der anderen Elbseite. Zeitweise war sogar der große Sandberg dicht. Auch auf der anderen Seite der Elbe kam der Verkehr zum Erliegen.

Der Zugverkehr auf der Bahnstrecke Büchen – Lüneburg war von der Sperrung ebenfalls betroffen. Ein Zug, der gerade nach Lüneburg unterwegs war, fuhr wieder nach Büchen zurück. Auf mehreren Webseiten mit Verkehrswarnungen war die Rede davon, dass die Sperrung bis 18.30 Uhr anhalten würde.

Möglicherweise wären die Staus auf beiden Seiten der Elbe noch länger gewesen, hätten sich Mitglieder in den sozialen Netzwerken nicht sofort gewarnt. Wer noch rechtzeitig von der Sperrung erfuhr, fuhr in Geesthacht auf die andere Elbseite. Glücklicherweise dauerte sie Sperrung der Brücke doch nicht so lange, wie vorsorglich angekündigt. Kurz nach 17 Uhr hatten die Einsatzkräfte die Lage an der Hitzler-Werft im Griff. Neben der Feuerwehr waren auch die Polizei und das Technische Hilfswerk ausgerückt.

Tags zuvor hatte „Sabine“ nur wenig Schaden in Lauenburg angerichtet. Die Feuerwehr musste nur einmal ausrücken, als ein dicker Ast am Sportplatz auf den Fußweg gefallen war.

Leitstellen melden mehr als 1200 Einsätze

Sturmtief „Sabine“ hat für einige Auswirkungen in Schleswig-Holstein gesorgt. Die Leitstellen meldeten mehr als 1200 Einsätze. Es blieb aber bei Sachschäden. Besonders schwer war die Bahnstrecke zwischen Elmshorn und Itzehoe betroffen, auf der es bis gestern Zugausfälle wegen einer beschädigten Oberleitung gab. Die Unwetterwarnung des Deutsche Wetterdienstes galt auch gestern den ganzen Tag. An der Nordsee gab es Orkanböen von bis zu 130 Kilometer pro Stunde. Beim Kieler Leuchtturm meldete die Messstation 140 Kilometer pro Stunde. Auch heute soll es stürmisch bleiben, danach legt das Unwetter eine kurze Pause ein. Zum Wochenende prognostizieren die Meteorologen das nächste Sturmtief. Dominik Jung, Meteorologe bei Wetter.net, geht von einer ähnliche Lage wie bei „Sabine“ aus. Für genaue Vorhersagen sei es aber noch zu früh, betonte er.