Lauenburg

Sprengmeister – Kein Job für schwache Nerven

Degenhard Christen ist seit 63 Jahren Mitglied beim THW. Er hat 1964 die Ausbildung als Sprengmeister gemacht.

Degenhard Christen ist seit 63 Jahren Mitglied beim THW. Er hat 1964 die Ausbildung als Sprengmeister gemacht.

Foto: Dürkop

Degenhardt Christen ist der einzige Sprengmeister, den das Technische Hilfswerk in Lauenburg jemals hatte. Wir haben ihn getroffen.

Lauenburg.  Degenhard Christen ist Sprengmeister – und zwar der einzige, den das Technische Hilfswerk (THW) in Lauenburg jemals hatte. Allzu oft werden diese Spezialisten zum Glück zwar nicht gebraucht, aber wenn, dann kommt es auf Präzision und ein hohes Maß an Sicherheit an. Einen Fehler darf man sich da nicht erlauben. Das THW-Mitgliedsbuch des 82-Jährigen ist schon ein wenig abgegriffen, schließlich ist es ja auch schon 63 Jahre alt.

Von Anfang an war es die Begeisterung für Sprengarbeiten, die den damals 19-Jährigen veranlassten, einen Mitgliedsantrag beim THW zu stellen. Die Bewunderung für Sprengmeister rührte noch aus seiner Arbeit unter Tage im Kohlenpott in Dortmund, als es gerade mal 15 Jahre alt war. Allerdings spricht man im Bergbau von Schießmeistern. „Das war schon beeindruckend wie punktgenau Sprengungen angesetzt wurden, um neue Abbaugebiete zu erschließen“, erinnert sich Christen.

1964 wurde Degenhardt zum Sprengmeister ausgebildet

Er schaffte es damals, eine Ausbildung zum Schießgehilfen zu ergattern. Aber, kaum hatte er seinen Gesellenbrief in der Hand, kam die Einberufung zum Grundwehrdienst nach Lübeck. „Viel Freizeit hatten wir ja nicht, aber mir war es wichtig, etwas Sinnvolles zu machen, wenn ich frei hatte“, erzählt er. Gleich neben der Churchill-Kaserne in Lübeck war der Ortsverein des THW Lübeck untergebracht. Da habe er nicht lange überlegt.

Seine im Bergbau erworbenen Kenntnisse führten dazu, dass er 1964 beim THW zum Sprengmeister, dem heutigen Sprengberechtigten, ausgebildet wurde – eine verantwortungsvolle Position. Von 1950 bis 1960 gab es mehr Sprengberechtigte als heute, zum Beispiel für Sprengungen von Gebäuden. „Heute übernehmen Abbruchunternehmen diese Aufgaben“, weiß Oliver Scharfs von der THW-Regionalstelle Lübeck. Wer als Sprengberechtigter ausgebildet ist, musste damals wie heute regelmäßige Übungen absolvieren. Für Degenhard Christen sind diese ein Teil seiner Vergangenheit, an die er sich gern erinnert. Ein einziges Mal wurden seine Fähigkeiten als Sprengmeister allerdings wirklich gebraucht. Auf den ersten Blick war der Einsatz nicht gerade spektakulär. „Ich habe Baumstümpfe gesprengt“, erzählt er und die alte Begeisterung blitzt wieder aus seinen Augen. Schließlich ist es egal, was in die Luft gejagt werden soll – es kommt auf die Präzision an.