Bebauungsplan

Hotel am Fürstengarten: Politik will Pläne sehen

Hinter geschlossener Tür diskutieren die Fraktionen über das Hotel am Fürstengarten.

Hinter geschlossener Tür diskutieren die Fraktionen über das Hotel am Fürstengarten.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Endlich kommt Bewegung in das Projekt Hotel am Fürstengarten. Doch die Planung ist wage. Lauenburgs Politiker wollen konkrete Entwürfe sehen.

Lauenburg. Flächennutzungsplan und Bebauungsplan – beide Dokumente zum Hotel am Fürstengarten müssen jetzt noch einmal die baurechtlich vorgeschriebenen Stufen durchlaufen. Wie berichtet, hat die 2018 gegründete Hotelgesellschaft am Fürstengarten Lauenburg mbH den ursprünglichen Plan noch einmal komplett überarbeiten lassen. In gleich drei Tagesordnungspunkten beschäftigte sich deshalb am Montagabend der Bauausschuss mit dem Projekt. Zum einen ging es um den Flächennutzungsplan, der nun erneut ausgelegt werden muss. Zum anderen stand die Aufhebung des bereits im September 2018 gefassten Satzungsbeschlusses an. Außerdem sah die Tagesordnung einen erneuten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss des Bebauungsplanes mit den nunmehr erfolgten Änderungen vor.

Bis zu drei Meter höher als MC-Kaufhaus

Bauamtsleiter Reinhard Nieberg erläuterte in groben Zügen die geänderte Planung. Demnach will der Vorhabenträger das Hotel „im Premiumsegment“ mit Servicewohnungen östlich des Fürstengartens ausrichten. Direkt angrenzend an die Straße Fürstengarten soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, das etwa zwei bis drei Meter das MC-Kaufhaus überragen wird. Der Fürstengarten selbst bleibt komplett im Eigentum der Stadt und öffentlich zugänglich. „Wir erwarten gegen diese Planung keine schweren Einwände der Denkmalschützer“, berichtete Nieberg. Im Vorfeld sei die veränderte Planung mit der unteren Denkmalschutzbehörde besprochen worden.

Planer sollen Entwurf öffentlich präsentieren

Wohl aber hatten die Politiker Einwände, die Planung in dieser Form zu akzeptieren. „Wie soll denn das Hotel überhaupt aussehen?“, wollte André Peylo (SPD) wissen. „Es gibt noch keine Pläne, was den Hochbau betrifft“, sagte Nieberg. Das wollte Peylo nicht glauben. „Wenn sich die Planer mit den Denkmalschützern zusammengesetzt haben, gibt es doch sicher einen Entwurf, über den gesprochen wurde“, hielt er entgegen. Auch Thorsten Pollfuß (Grüne) gab sich nicht mit dem vorliegenden Entwurf des Bebauungsplanes zufrieden. „Das ist mitnichten nur eine geringfügige Änderung. In der früheren Planung waren die Objekte viel kleinteiliger. Wir sollten den Investor einladen und auch die Öffentlichkeit einbinden“, forderte er. Auch Ralf Storjohann (Wählergemeinschaft UL) zeigte sich unzufrieden mit der vorliegenden Planung. „Was sollen wir heute eigentlich beschließen? Was will man uns hier hinstellen? , fragte er.

André Peylo beantragte schließlich eine Sitzungsunterbrechung und die Fraktionen zogen sich für zehn Minuten zurück, um das Vorgehen zu besprechen. Ausschussvorsitzender Christian Stockfisch (CDU) fasste das Ergebnis der Diskussion zusammen: „Wir fassen jetzt den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan. Ehe wir aber später den Satzungsbeschluss fassen, wollen wir einen Entwurf des Hotels sehen, um entscheiden zu können.“

Mit diesem Zusatz wurde der Beschuss einstimmig gefasst. Erst der Satzungsbeschluss macht den Bebauungsplan rechtskräftig.