Gegen Raser

Großer Sandberg: Anwohner hoffen auf ein Lächeln

Ein derartiges Display soll an der Straße Großer Sandberg installiert werden. Hier klagen Anwohner über Lärmbelästigung. 

Ein derartiges Display soll an der Straße Großer Sandberg installiert werden. Hier klagen Anwohner über Lärmbelästigung. 

Foto: dpa

In der Straße zur Lauenburger Altstadt hinab soll ein Tempo-Display Raser bremsen. Die Polizei kann dort nicht „blitzen“.

Lauenburg.  Eigentlich ist die Sache klar: Fahrzeuge, die schwerer als 2,8 Tonnen sind, dürfen die Straße Großer Sandberg nicht befahren. Alle anderen müssen sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde halten.

Doch das ist nur die Theorie: Im Sekundentakt donnern die Autos zur Feierabendzeit über den Großen Sandberg in die Altstadt hinab. Vor zwei Jahren hat die Stadt die Straße umfassend saniert, das Kopfsteinpflaster ist glattem Asphalt gewichen und die Geräuschkulisse weniger geworden. Doch gerade das scheint einige Fahrzeugführer zu ermutigen, jetzt erst recht Gas zu geben. An das Tempolimit hält sich hier fast niemand.

Bürgermeister und Bauamtsleiter zu Gast

Im Garten von Henry Zerfowsk treffen sich die Nachbarn der etwa 20 anliegenden Häusern regelmäßig. Oft ist bei diesen Zusammenkünften die Verkehrssituation in der kurvenreichen Straße das große Gesprächsthema. Jüngst hatten die Anwohner Bürgermeister Andreas Thiede und Bauamtsmitarbeiter Benjamin Plate zu Gast. Gemeinsam wollte man überlegen, wie sich die Verkehrssituation am Großen Sandberg entschärfen ließe.

„Außerdem hatten die Anwohner ein paar Hinweise, wo die Straßenbaufirma noch einmal nacharbeiten müsse“, berichtet Benjamin Plate. So würden jetzt unter anderem noch ein paar Schilder versetzt werden.

Kaum eine Möglichkeit sieht die Stadt hingegen, etwas gegen die Raser zu unternehmen. Schon vor der Sanierung der Straße hatten sich die Anwohner mehr Geschwindigkeitskontrollen in der Straße Großer Sandberg gewünscht. Aber da mag Lauenburgs Polizeichef Ulf Clasen wenig Hoffnung machen. „Um die Geschwindigkeit rechtssicher messen zu können, ist die Straße zu kurvenreich“, erklärt Clasen.

Display zeigt angeblich Wirkung

Die Stadt will Rasern am Großen Sandberg jetzt trotzdem einen Spiegel vorhalten. Ein sogenanntes Dialog-Display soll Autofahrer daran erinnern, auf die Verkehrsregeln zu achten. Wer das grüne Smiley sieht, fährt nicht zu schnell.

„Das halte ich auch für eine gute Idee“, meint der Polizeichef. Die Wirkung dieser Anzeigen ist auch wissenschaftlich belegt. So ist Verkehrspsychologe Gerhard Laub vom TÜV Süd überzeugt: Der Smiley erzeuge Freude bei denen, die sich an die Regel halten. „Niemand lobt einen, wenn man etwas richtig gemacht hat“, sagt er – bis auf den Smiley.

Kleinbus als „natürliche Bremse“

Eine „natürliche Bremse“ für Raser dürfte der Kleinbus ohne Fahrer (Tabula) sein, der bald mit einer Höchstgeschwindigkeit von 18 km/h auch den Großen Sandberg befährt. Um die Strecke dafür vorzubereiten wird der Große Sandberg morgen von 10.30 Uhr an für eine Stunde komplett gesperrt.