Gewerbegebiet Nord

Firmen-Ansiedlungen brauchen in Lauenburg langen Atem

Im Jahre 2015 bezog die Lauenburger Firma Endomedical ihren neuen Firmensitz im Gewerbegebiet Nord in Lauenburg. Es ist bisher das einzige Unternehmen hier.

Im Jahre 2015 bezog die Lauenburger Firma Endomedical ihren neuen Firmensitz im Gewerbegebiet Nord in Lauenburg. Es ist bisher das einzige Unternehmen hier.

Foto: Karin Lohmeier / BGZ/Karin Lohmeier

24 Hektar groß ist das Gewerbegebiet Lauenburg Nord. Bisher hat sich hier nur eine Firma angesiedelt. Doch das Interesse sei groß, sagt die Stadt.

Lauenburg.  Vor fünf Jahren bezog die Firma Endomedical ihren neuen Firmensitz im Gewerbegebiet an der Juliusburger Landstraße. Das sollte der Startschuss für weitere Ansiedlungen sein. Doch bisher ist das im Jahre 2000 gegründete Lauenburger Unternehmen weit und breit das einzige hier. Bisher ist nicht mal die flächendeckende Erschließung des 24 Hektar großen Gewerbegebietes beauftragt. Doch das soll sich jetzt ändern: „Wir gehen davon aus, dass wir den Auftrag für die Erschließungsarbeiten noch im ersten Halbjahr dieses Jahres erteilen“, stellt Bürgermeister Andreas Thiede in Aussicht.

Für die Wirtschaftsförderung sind in Lauenburg die Stadtbetriebe zuständig – und damit auch für die Vermarktung des Areals. Im Februar vergangenen Jahres zeigte sich Vorstandsmitglied Thomas Burmester noch ganz zuversichtlich, dass Kaufverträge noch 2019 geschlossen würden. „Wir führen Gespräche mit zwei großen Unternehmen“, hatte er gesagt.

Vertrag mit Erschließungsunternehmen

Doch dazu kam es nicht und auch die Erschließung der Fläche ist bisher kein Stück voran gekommen. Lauenburgs Bürgermeister weiß auch warum: „Die Fläche selbst zu erschließen, übersteigt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadtbetriebe. Da kommt gut ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen“, sagt er. Stattdessen hätten sich die Stadtbetriebe zunächst auf das Wohnbaugebiet Birnbaumskamp am westlichen Stadtrand konzentriert.

Dort hat das Unternehmen Werretal nicht nur die Erschließung, sondern auch die Vermarktung der Flächen übernommen. Nach einem ähnlichen Modell soll es jetzt auch im Gewerbegebiet Nord vorangehen. „Es hat sich ein Unternehmen ins Spiel gebracht, das wir für geeignet halten. Über die Auftragsvergabe muss aber noch der Verwaltungsrat der Stadtbetriebe entscheiden“, sagt Thiede. Er sei optimistisch, dass dies noch im ersten Halbjahr dieses Jahres über die Bühne gehen könnte. Innerhalb von drei bis fünf Jahren könnten die Erschließungsarbeiten dann abgeschlossen werden.

Baureife in drei bis fünf Jahren

Sorge, dass interessierte Unternehmen keinen so langen Atem haben könnten, habe er nicht. „Das Interesse an Gewerbeflächen ist ungebrochen groß. Aber auch Unternehmen planen Expansion oder Neuansiedlung ja langfristig. Insofern ist dieser Zeitraum kein Ausschlusskriterium, sich für den Standort Lauenburg zu interessieren“, ist er überzeugt. Die Lage an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern macht es Lauenburg allerdings nicht leicht: Im Nachbarland gibt es bei Unternehmensansiedlungen Fördermittel von bis zu 55 Prozent der Investitionskosten. Doch Thiede gibt sich optimistisch: „Die bürokratischen Hürden an Fördermittel zu kommen, sind so groß, dass mittlerweile viele Firmen darauf verzichten.

Mit Interesse verfolge er dagegen die Berichte über einen möglichen Bahnanschluss zwischen Geesthacht und Hamburg. „Davon würde auch der Stadtort Lauenburg wesentlich attraktiver werden“, ist er überzeugt.