Dietrich-Bonhoeffer-Haus

Wo sich Generationen von Lauenburgern trafen

Margret Klaus, Horst Eggert, Edeltraud Stenke und Pastor Ulrich Billet (von links) erinnern sich an die Gründung des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses im Jahre 1970.

Margret Klaus, Horst Eggert, Edeltraud Stenke und Pastor Ulrich Billet (von links) erinnern sich an die Gründung des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses im Jahre 1970.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Vor 50 Jahren wurde in Lauenburg das Dietrich-Bonhoeffer-Haus gegründet. Es ist von Anfang an ein Treffpunkt der Generationen.

Lauenburg. Als 1970 das Dietrich-Bonhoeffer-Haus eingeweiht wurde, war Edeltraut Stenke 38 Jahre alt. Der damals gegründete Mütterkreis lag ihr von Anfang an am Herzen. Heute sind die Mütter von damals längst Großmütter oder haben sogar schon Urenkel. Aber sie treffen sich zum Teil heute noch. „Das hier ist noch immer mein zweites Zuhause“, sagt die Seniorin.

Margret Klaus war erst 21 Jahre alt, als das Gemeindezentrum gegründet wurde. „Das war damals eine wichtige Begegnungsstätte für die Menschen jeden Alters und daran hat sich bis heute nichts geändert“, sagt sie. Als junge Frau hat sie im Dietrich-Bonhoeffer-Haus Kurse in Seidenmalerei gegeben, diese seien immer ausgebucht gewesen. Am Konzept der Einrichtung hat sich seit der Gründung gar nicht so viel geändert: Hier hat die evangelische Familienbildungsstätte ihr Domizil, die Kita Elbnest und nach wie vor auch Arbeitskreise, in denen sich Menschen mit gemeinsamen Interessen treffen.

Eine Kirche im Westen der Stadt war geplant

Dabei sollte ursprünglich kein Gemeindezentrum errichtet werden, sondern eine richtige Kirche. „Ende der 60er-Jahre entstand im Westen der Stadt ein Neubaugebiet. Die Maria-Magdalenen-Kirche in der Altstadt war weit weg und der Weg nach unten für viele Menschen zu beschwerlich“, erinnert sich Horst Eggert vom Heimatbund und Geschichtsverein.

„Wahrscheinlich waren es Kostengründe, weshalb man von dieser Idee abgerückt ist“, vermutet Pastor Ulrich Billet. Die Planänderung erwies sich allerdings später als Vorteil – die Nutzungsmöglichkeiten des Gemeindezentrums seien schließlich um ein Vielfaches größer als in einer Kirche, und Gottesdienste gibt es im Dietrich-Bonhoeffer-Haus trotzdem regelmäßig.

Vor allem ältere Lauenburger, denen der Weg in die Maria-Magdalenen-Kirche zu beschwerlich ist, schätzten diese Möglichkeit. Die Gottesdienste hier seien immer gut besucht, sagt der Pastor. Den Namen des von den Nationalsozialisten 1945 ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer erhielt das Gemeindehaus erst Monate nach der Gründung im Januar 1970. Bei der Einweihung des Anbaus im Jahre 2014 kam der Zusatz „Haus der Generationen“ dazu.

Festgottesdienst zum Jubiläum

Am 20. Januar 1971 schrieb die Lauenburgische Landeszeitung: „Mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus wurden 1970 doppelt so viele Gottesdienste als im Jahr zuvor abgehalten. Trotz gestiegener Kirchenaustritte kamen auch doppelt so viele Menschen in den Gottesdienst. Diejenigen, die unkten, das Gemeindehaus könne nicht ausgelastet werden, haben also nicht recht behalten.“ Das 50-jährige Bestehen des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses der Generationen, Dresdener Straße 15, wird am Sonntag, 5. Januar, von 10 bis 11 Uhr, mit einem Festgottesdienst gefeiert. Die Leitung hat Pastor Ulrich Billet.