Tradition

Lebendiger Adventskalender: Immer woanders zu Gast

Stefan Piontek, Marion Ohlrogge und Ulrike Mechau-Krasemann (von links) gehören zu  den diesjährigen Gastgebern des lebendigen Adventskalenders. Bei Pastor Ulrich Billet (rechts) laufen die Fäden der Organisation zusammen.

Stefan Piontek, Marion Ohlrogge und Ulrike Mechau-Krasemann (von links) gehören zu den diesjährigen Gastgebern des lebendigen Adventskalenders. Bei Pastor Ulrich Billet (rechts) laufen die Fäden der Organisation zusammen.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Seit sieben Jahren gibt es in Lauenburg eine schöne Tradition: An jeden Abend wird eine Tür des „Lebendigen Adventskalenders“ geöffnet.

Lauenburg.  Es ist von jeher Tradition, sich die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest mit einem Adventskalender zu verkürzen. Es gibt sie aus Papier, mit Schokolade gefüllt oder mit kleinen Geschenken. In Lauenburg wird am kommenden Sonntag das erste Türchen des „lebendigen Adventskalenders“ geöffnet.

Zum siebten Mal laden Lauenburger Familien und Einrichtungen Besucher in ihre Häuser – an jedem Tag in ein anderes. Marion Ohlrogge ist von Anfang an bei der Aktion dabei. Sie ist in diesem Jahr am 17. Dezember Gastgeberin und wird die Tür des umgebauten Stallgebäudes ihres Hauses am Kuhgrund 4 öffnen. „Es ist schön, bekannte und auch bisher unbekannte Menschen zu begrüßen und eine kleine Auszeit vom hektischen Weihnachtstrubel zu bieten“, sagt sie. Ulrike Mechau-Krasemann öffnet am 15. Dezember die Tür ihres Hauses an der Elbstraße 36. Einen detaillierten Plan macht sie sich nicht, wie der Abend ablaufen wird. „Das hängt von der Stimmung und den Besuchern ab. Auf jeden Fall gibt es Lieder, Geschichten und vor allem nette Gespräche“, verrät sie.

Weihnachtliche Traditionen bewahren

Im Café Petticoat an der Elbstraße 20 begrüßt Stefan Piontek Besucher am 9. Dezember. Auch wenn der Musiker sonst eher rockige Klänge mag – an dem Abend im „Petticoat“ wird es traditionell weihnachtlich zugehen. „Ich habe das Gefühl, Weihnachten wird bei uns immer amerikanischer. Wir möchten uns mit unseren Besuchern auf traditionelle Lieder und Geschichten besinnen“, sagt er.

In diesem Jahr hat Pastor Ulrich Billet den „lebendigen Adventskalender“ organisiert. Probleme, die 24 Abende zu besetzen habe es nicht gegeben. „Es gibt viele Lauenburger Familien, die gern Gastgeber sind und so diese Tradition mit Leben erfüllen“, sagt er.

Gedanken freien Lauf lassen

Wer mitmachen möchte, bekommt einen kleinen Leitfaden in die Hand. Als Anregung, nicht als Vorgabe, sagt der Pastor. Nach einer freundlichen Begrüßung singen Gastgeber und Besucher miteinander, eventuell wird ein kurzer Bibeltext gelesen oder eine Geschichte erzählt. „Oder jemand lässt einfach seinen Gedanken freien Lauf und teilt sie mit den Besuchern“, kündigt er an. In den meisten Fällen stellen die Gastgeber außerdem Getränke und kleine Knabbereien bereit. Am Ende spricht Pastor Billet ein kleines Gebet, in dem es heißt: „Lass’ die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten für uns eine sinnvolle Zeit sein, in der wir zum Wesentlichen zurückkehren. Lasst uns aufmerksam sein, für die Menschen um uns.“

Die Termine und Adressen der Gastgeberfamilien und Einrichtungen veröffentlichen wir ab Morgen täglich im Terminkasten auf der Lauenburg-Seite unserer Zeitung. Am Sonntag, 1. Dezember, wird um 18 Uhr die erste Tür des „lebendigen Adventskalenders geöffnet. Gastgeber ist die Christengemeinde Elim an der Alten Wache 8.