Lauenburg

Politik schließt Kompromiss zu Radverkehrskonzept

Ein Mix aus einseitigen Schutzstreifen entlang der B 5 soll Radfahren in Lauenburg sicherer machen.

Ein Mix aus einseitigen Schutzstreifen entlang der B 5 soll Radfahren in Lauenburg sicherer machen.

Foto: cleve / BGZ

Zehn Jahre hat es gedauert, bis sich die Politik über das Radverkehrskonzept in Lauenburg einig war. Jetzt gibt es einen Kompromiss.

Lauenburg. Mehr als zehn Jahre haben Lauenburgs Politiker über das „Handlungskonzept zur Sicherung und Förderung des Radverkehrs“ diskutiert. Ende Oktober hatte Gutachter Edzart Hildebrand erneut einen Entwurf vorgestellt. Fazit: Insbesondere die Situation auf der in der Ortsdurchfahrt Lauenburg schmalen Bundesstraße 5 bleibt die große Herausforderung. Für Schutzstreifen auf beiden Seiten der B 5 sei kein Platz, denn die Fahrbahn ist fast durchgängig nur 7,60 Meter breit.

Im Oktober hatte Hildebrand zwar punktuell nachgebessert, doch eine Entscheidung dazu wurde erneut vertagt. Erst jetzt gibt es Bewegung in der Sache: Während der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses verabschiedeten die Fraktionen einen gemeinsamen Antrag zu diesem Thema.

SPD und CDU reichen Anträge ein

Im Vorfeld der Sitzung hatten sowohl SPD als auch CDU je einen Antrag eingereicht. Die SPD wollte insbesondere die Situation für Radfahrer in östlicher Richtung besser berücksichtigt wissen. Hildebrand schlägt vor, zwischen Halbmond und Hafenstraße auf nördlicher Seite einen Schutzstreifen einzurichten. Bisher nutzen Radfahrer dort den Gehweg mit. „Zu gefährlich“, meinte Dr. André Peylo (SPD). Aufgrund der erheblichen Steigung würden dann die Lkw hinter den Radfahrern herfahren, was zu Verunsicherungen auf beiden Seiten führen würde. Stattdessen solle der vorhandene Weg auf der Südseite als Rad- und Gehweg ausgebaut werden.

Die CDU wollte in dem Handlungskonzept auch andere Aspekte des Radverkehrs aufgenommen wissen: Die Förderung des Radtourismus und vor allem die Ausweisung von sicheren Strecken abseits der Bundesstraße. Tim Bienwald (CDU) hatte bereits im Oktober Unbehagen in Bezug auf Schutzstreifen kundgetan: „Die suggerieren Sicherheit, die nicht vorhanden ist.“

Gemeinsamer Antrag aller Fraktionen

Bevor eine Entscheidung erneut vertagt wurde, beantragte Christian Stockfisch (CDU) eine Sitzungsunterbrechung. 20 Minuten später hatten sich die Politiker auf einen Kompromiss geeinigt: Der Antrag der SPD mit detaillierten Vorschlägen zur Führung der Schutzstreifen wurde als gemeinsamer Antrag des Ausschusses verabschiedet – ergänzt um die Formulierung, alternative Fahrradstrecken auszuweisen. Dazu soll eine interfraktionelle Arbeitsgruppe gebildet werden.

Ohnehin kann die Politik aber auch nur Wünsche formulieren. Das letzte Wort hat die untere Straßenbehörde des Kreises. Die Verwaltung wurde jetzt beauftragt, den gemeinsamen Antrag des Ausschusses dort einzureichen. Das Handlungskonzept des Gutachters Edzart Hildebrand soll als Anlage beigefügt werden. Der Beschluss dazu wurde einstimmig gefasst.