Juniorunternehmen

Schüler produzieren Lampen aus Abfallrohren

Die Juniorunternehmer von „shine bright“ zeigen ihre Produkte: eine Lampe aus Abfallrohren und eine Handytasche.

Die Juniorunternehmer von „shine bright“ zeigen ihre Produkte: eine Lampe aus Abfallrohren und eine Handytasche.

Foto: Ute Dürkop

Das neue Juniorunternehmen „shine bright“ der Albinus-Gemeinschaftsschule produziert Lampen aus Abfallrohren und Handytaschen.

Lauenburg. Die Reihe der Jun­iorunternehmen an der Lau­enburger Albinus-Gemeinschaftsschule geht in ihre nunmehr 21. Runde. Jedes Jahr erhalten Schüler von Klasse 9 an die Chance, aktiv in die Welt der Wirtschaft einzusteigen. Seit der Erstausgabe 1994 nimmt die Lauenburger Schule teil, das vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln initiiert wurde. In bisher jedem Jahr gehörte das Mini-Unternehmen der Albinus-Schüler zu den zehn besten im Norden.

Amad Memo gehört zu den 17 Schülern, die sich in diesem Jahr erfolgreich für das Projekt beworben haben. „Ich wollte unbedingt dabei sein. Für mich ist Wirtschaft spannend und interessant. Mein Ziel ist es, einmal ein selbstständiger Unternehmer zu werden. Und dafür kann ich alles, was ich jetzt bei Junior lerne, bestimmt gut gebrauchen“, sagt der 15-Jährige.

Verkauf von Aktien sichert Startkapital

Die erste Hürde – die Suche nach Produkten, die sie verkaufen können – haben die
Jugendlichen bereits gemeistert. Lucas Kakuschke (15) konnte sich mit seiner Idee, aus Messingabfallrohren LED-Lampen zu machen, durchsetzen. Die leuchtenden, auf Hochglanz polierten Lampen inspirierten die Schüler zum Firmennamen: „shine bright“.

„Mit diesen Lampen stellen sich die Jugendlichen einer neuen Herausforderung. Zwar nutzten sie nur Abfallrohre, aber die LED-Technik mit Timer ist qualitativ hochwertig und teuer“, erzählt Lehrerin Ingrid Bindzus, die das Projekt an der Schule seit 1994 betreut. Um Profit zu machen, können die Lampen nicht unter 20 Euro verkauft werden.

Um sich davor zu schützen, einen Ladenhüter zu produzieren, führten die Juniorunternehmer eine Marktanalyse durch. „Wir haben unsere Mitschüler angesprochen und im privaten Umfeld nachgefragt, ob Interesse an den Lampen besteht und was Käufer dafür ausgeben würden. Die Mehrheit fand die Lampen gut und würde dafür 20 Euro zahlen“, berichtet Anna Brockmüller (15), Vorstandsvorsitzende bei „shine bright“.

Arbeitsgruppe startete in den Herbstferien

Mit dem Verkauf von Aktien sicherten sich die Juniorunternehmer ihr Startkapital. Dann hieß es: Ärmel aufkrempeln, ran an die Rohre – und tschüs Herbstferien. In der Werkstatt ihres Wirtschaftspartners Marcel Kakuschke in Grünhof schnitt eine Arbeitsgruppe die Rohre auf eine Länge von 30 Zentimetern zu. Die Schüler bohrten fünf Löcher in die Abschnitte, durch die das Licht der LED-Lampen in unterschiedlichen Farben leuchten kann. „Die scharfkantigen Endungen mussten abgeschliffen werden und am Schluss haben wir mit Stahlwolle die Werkstücke blank poliert“, erzählt Finn Krüger (16). Zurzeit wird ausprobiert, wie die Lampen wirken, wenn sie farbig angemalt werden.

Die Firma wird noch ein zweites Projekt auf den Markt bringen: Handytaschen aus Filz oder aus alten Jeans. „Sie sind für das Aufladen des Handys gedacht. Sie haben eine Lasche, die über die Steckdose gehängt wird. Das Ladekabel fixiert die Lasche und schützt sie vor dem Herunterfallen“, erzählt Esma Düzyon (15).

Verkauf auf dem Lauenburger Weihnachtsmarkt geplant

Lehrerpatin Ingrid Bindzus ist begeistert von ihren aktiven und kreativen Schülern. „Sie sind gut 14 Tage weiter als die Unternehmen der Vorjahre und haben sogar schon eine Homepage und Flyer zur Verkaufsförderung in Arbeit“, sagt sie. Hilfestellung für „shine bright“ gibt es durch eine Lockerung der Projektbedingungen. Schüler die bereits einmal Juniorunternehmer waren, dürfen wieder dabei sein. Und die „alten Hasen“ wissen schließlich, wie es läuft. Auf öffentlichen Veranstaltungen, wie dem Lauenburger Weihnachtsmarkt wird das Juniorunternehmen seine Produkte präsentieren.