Stadtentwicklung

Marktgalerie: Kiefaber lädt Politiker ein – aber nicht alle

Seit über zwei Jahren versperrt hier ein Bauzaun die Sicht. Das Projekt Marktgalerie kommt nicht voran.

Seit über zwei Jahren versperrt hier ein Bauzaun die Sicht. Das Projekt Marktgalerie kommt nicht voran.

Foto: Richel / BGZ

Das Vertrauen in die seit 2012 in Lauenburg geplante Marktgalerie bröckelt. Projektentwickler Frank Kiefaber hält sich mit Informationen zurück.

Lauenburg. Seit mehr als zwei Jahren klafft zwischen der Alten Wache und der Berliner Straße eine Lücke. Dort soll eine Marktgalerie errichtet werden – die Pläne stammen aus dem Jahre 2012. Doch es tut sich nichts. Zuletzt hatte die Stadtverwaltung Projektentwickler Frank Kiefaber eine Frist bis zum 31. August dieses Jahres gesetzt, einen „genehmigungsfähigen Bauantrag“ einzureichen. Die Frist ist verstrichen. Kiefaber selbst hält sich bedeckt und erklärte Anfang September gegenüber unserer Zeitung lediglich: „Wir sind bei der Marktgalerie auf gutem Weg. Aber für nähere Infos ist es gerade nicht der richtige Zeitpunkt.“

Wählergemeinschaft von Informationen ausgeschlossen

Fast zeitgleich gab es dann aber doch Informationen zum Projekt Marktgalerie – allerdings nicht für die Öffentlichkeit, sondern für einen ausgewählten Kreis der Lauenburger Politiker. Eingeladen hatte Kiefaber. Vertreten waren alle Fraktionen – nur die Wählergemeinschaft Unser Lauenburg nicht. Die hatte als einzige Fraktion im Januar gegen den Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes gestimmt, der aus ihrer Sicht dem Projektentwickler in zu vielen Gestaltungsfragen freie Hand lasse.

Der Ausschluss der Wählergemeinschaft vom Gespräch mit Kiefaber ärgert Fraktionschef Ralf Storjohann. „Damit wurden gewählte Stadtvertreter und Bauausschussmitglieder absichtlich ignoriert“, sagt er.

Seine Vermutung: Der Projektentwickler wolle sich keine kritischen Fragen stellen lassen. „Schlimmer ist allerdings, dass die Verwaltung solchen Gesprächen zustimmt, die eine Fraktion ausschließen. Man könnte auf die Idee kommen, dass hier Hinterzimmerpolitik betrieben wird“, sagte er.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Martin Scharnweber, hat für diese Reaktion Verständnis. „Der Ärger ist berechtigt. Ein Ausschluss von gewählten Stadtvertretern ist völlig unverständlich. So fördert man Gerüchte“, ist er der Meinung.

Auch die SPD will Klarheit – Frist läuft am 31. Oktober ab

Auch die SPD-Fraktion hatte in den vergangenen Monaten immer wieder auf verbindliche Aussagen in Sachen Marktgalerie gedrungen. Ein Grund: Famila möchte am Stadtrand seit Jahren eine Sortimentserweiterung vornehmen, was mit Rücksicht auf die Marktgalerie bisher nicht gestattet ist. Während einer Sitzung des Bauausschusses Anfang Juni regte die SPD an, bis zum 31. Oktober die Entwicklung in Sachen Marktgalerie abzuwarten und danach das Sortimentsverbot für Famila in den Warengruppen Mode und Schuhe zu lockern.

„Wir halten an dieser Frist fest, wollen aber zunächst Bürgermeister Andreas Thiede in eine Fraktionssitzung einladen, um mit ihm über das Projekt Marktgalerie zu sprechen“, kündigt Scharnweber an. Danach will die SPD einen Antrag formulieren, der gegebenenfalls auch Alternativen zur Marktgalerie enthält.