Wohngebiet West

Am Birnbaumskamp rollen die Bagger wieder an

Werretal-Geschäftsführer Udo R. Helling ist optimistisch, dass es am Birnbaumskamp wieder voran geht.  

Werretal-Geschäftsführer Udo R. Helling ist optimistisch, dass es am Birnbaumskamp wieder voran geht.  

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Fast ein halbes Jahr ruhten die Erschließungsarbeiten für das Wohnbaugebiet Birnbaumskamp. Jetzt soll es endlich weitergehen.

Lauenburg. „Familien, die am Birnbaumkamp ein Eigenheim bauen möchten, können Silvester eventuell schon auf ihr großes Vorhaben anstoßen“: Im März 2018 keimte auch in unserer Zeitung die Zuversicht, dass es nun vorangehen werde mit dem Vorhaben. Nach der Pleite mit dem ersten Erschließungsträger hatten die Stadtbetriebe da gerade den Vertrag mit der Firma Werretal aus Herford unter Dach und Fach gebracht. Die Prognose erwies sich aber als zu optimistisch: Bisher ging es mit der Erschließung auf dem 14 Hektar großen Areal nicht voran. Doch jetzt ist sich der Geschäftsführer von Werretal, Udo R. Helling, sicher: „Wir haben die Kuh vom Eis!“

Anfang Juli hatten die Erschließungsarbeiten für die etwa 70 Eigenheim-Grundstücke begonnen – dann standen die Maschinen plötzlich still. Grund dafür waren von der Firma Werretal gewünschte nachträgliche Änderungen im Erschließungsvertrag mit den Stadtbetrieben. Aus Sicht von Werretal resultierte der Baustopp daraus, dass die Stadtbetriebe auf Änderungswünsche am Erschließungsvertrag nur schleppend reagieren. Als Sicherheit wurde ursprünglich vereinbart, dass Werretal Bankbürgschaften hinterlegt.

„Um der Vorgabe der Bank nachzukommen, haben wir angeregt, die vereinbarte Sicherheit ,Bankbürgschaft’ gegen die ,Hinterlegung von Bargeld’ auszutauschen“, erklärte der Geschäftsführer von Werretal, Udo R. Helling Anfang September. Die Stadtbetriebe wollten sich den Schwarzen Peter aber nicht zuschieben lassen. „Weder die Stadt noch die Stadtbetriebe sind willens ohne weitere Prüfungen und angesichts rechtsgültiger Verträge finanzielle Risiken einzugehen“, sagte Thomas Burmester, Vorstand der Stadtbetriebe.

Werkvertrag neu verhandelt

Seine Skepsis wirkt nach. „Werretal teilte uns kürzlich mit, dass ein neuer Werkvertrag mit einem Erschließungsunternehmen abgeschlossen wird“, sagt Burmester jetzt auf Nachfrage. Zugesagt sei gewesen, diesen Vertrag am Donnerstag dieser Woche den Stadtbetrieben vorzulegen, um dann auch das Thema Bankbürgschaft im Sinne von Werretal abzuhaken. Die vereinbarte Frist sei jedoch ohne Reaktion verstrichen.

„Wir haben den Vertrag jetzt unterzeichnet. Die Nachverhandlung mit dem Erschließungsunternehmen zog sich etwas hin, ist jetzt aber einvernehmlich abgeschlossen“, teilte Helling gestern mit. Anfang kommender Woche will der Firmenchef dann auch das Gespräch mit den Stadtbetrieben suchen. Anschließend sollen die Erschließungsarbeiten wieder aufgenommen werden.

Die Nachfrage nach Grundstücken am Birnbaumskamp ist offenbar groß: Im ersten Bauabschnitt – westlich des Amselwegs – sind laut Webseite des Unternehmens von 73 Grundstücken mittlerweile 41 verkauft. 26 tragen einen Reservierungsvermerk und lediglich sechs Grundstücke sind noch frei. Während der fünf Monate, in denen die Erschließungsarbeiten ruhten, versuchte Werretal, die verärgerten Grundstückskäufer zu beruhigen. „Wir halten daran fest, dass wir die Erschließungsarbeiten zum Jahresende abschließen und die Errichtung der Häuser im nächsten Jahr beginnen kann“, hieß es Anfang September.

Auf diesem Termin will sich Helling jetzt nicht mehr festlegen lassen. „In der nächsten Woche werden wir alle Beteiligten an einen Tisch holen und die weitere Zeitschiene besprechen“, stellt er in Aussicht.