Hochwasserschutz

Bohren für die Sicherheit in Lauenburg bei Hochwasser

Michael Schultze vom Brunnenbauunternehmen Neumann mit einem ein Meter langen Bohrkern, der genau beschriftet und analysiert wird.

Michael Schultze vom Brunnenbauunternehmen Neumann mit einem ein Meter langen Bohrkern, der genau beschriftet und analysiert wird.

Foto: Timo Jann

Mit erneuten Bohrungen wird der Baugrund für Lauenburgs Hochwasserschutz untersucht. Die Arbeiten laufen noch bis Dezember.

Lauenburg.  Würde jetzt ein neues Hochwasser Lauenburg treffen, wäre die Stadt wie im Jahr 2013 schutzlos den Fluten ausgeliefert: Erst 2028 soll der Hochwasserschutz für Lauenburg komplett stehen. Realisiert ist mittlerweile nur der Abschnitt zwischen Indus-triegebiet und Schleuse, für die drei weiteren laufen Ausschreibungen und Planungen.

Doch es geht weiter: Bis Dezember laufen jetzt erneute Bodenuntersuchungen in der Altstadt. „Ziel ist es, die Entwurfsplanung mit zusätzlichen Informationen über den Baugrund zu vertiefen. Das ist noch eine Idee aus dem Realisierungskonzept“, erklärt Reinhard Nieberg, Leiter des Stadtentwicklungsamtes.

Denn vor dem Bau von Schutzvorrichtungen muss herausgefunden werden, ob auch von unten Wasser hochdrängen und zur Gefahr werden könnte. „Das, was jetzt untersucht wird, betrifft nur einen Abschnitt. Der soll aber so ausgestaltet werden, dass er auch ohne die Fertigstellung der Anschlüsse rechts und links schon Sicherheit bietet“, erklärt Nieberg.

Bodenproben aus bis zu 20 Meter Tiefe

Das Brunnenbauunternehmen Neumann aus Eckernförde ist für die Untersuchungen mit Spezialtechnik angerückt. Vom Lösch- und Ladeplatz aus werden sich die Spezialisten durch die Elbstraße vorarbeiten. An zwölf Stellen werden Bodenproben entnommen, die von Gutachtern analysiert werden. Michael Schultze und seine Kollegen bohren dafür in bis zu 20 Meter Tiefe. Die Bodenproben entnehmen sie mit einem Großbohrgerät, das ein 22 Zentimeter breites Loch in die Erde treibt. Diese werden anschließend mit Sand und Ton – je nach Erdschicht – wieder verfüllt.

„Wir haben genaue Vorgaben, aus welcher Tiefe welche Proben benötigt werden“, erklärt Michael Schultze. So gibt es außer losem Boden, der in Eimern gesammelt wird, auch einen Meter lange Bohrkerne, die komplett zur Begutachtung gehen.

Ergebnisse sollen Anfang 2020 vorliegen

Amtsleiter Nieberg hofft, dass die Ergebnisse der vertiefenden Untersuchungen Anfang des Jahres 2020 vorliegen. Dann soll auch bald das Planfeststellungsverfahren starten. „Wenn niemand klagt, hätten wir dann ein Jahr später Baurecht“, sagt Nieberg. Für die weiteren Planungsabschnitte würde sich das Prozedere noch wiederholen.

Der Lauenburger Hochwasserschutz soll insgesamt vier Kilometer lang werden und vom Elbdeich am Klärwerk bis zur Jugendherberge Zündholzfabrik reichen. Die Planung ist nicht einfach, denn auch der Denkmalschutz sowie die Infrastruktur für Ver- und Entsorgung müssen berücksichtigt werden.