Podiumsdiskussion

Wie soll sich Lauenburg in Zukunft wandeln?

Berndt Jasper und Moka Farkas von Baltic Raw diskutieren mit Lauenburgern über Stadtentwicklung.

Berndt Jasper und Moka Farkas von Baltic Raw diskutieren mit Lauenburgern über Stadtentwicklung.

Foto: Roland Magunia

Lauenburg. Wie stellen sich die Lauenburger die Zukunft ihrer Stadt vor? Diese Frage wird im Künstlerhaus bei einer Diskussion thematisiert.

Lauenburg.  Das Künstlerhaus Lauenburg ist eine Institution, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Seit 33 Jahren leben und arbeiten an der Elbstraße 54 auswärtige Künstler jeweils für einige Monate. Doch viele Lauenburger haben das Künstlerhaus noch nie besucht, interessieren sich kaum für die Ausstellungen. Wie kann man das Interesse der Menschen vor Ort wecken, den Dialog mit ihnen führen und das Haus mehr zur Stadt hin öffnen? Darum geht es seit 2017 – unter anderem mit dem Offenen Atelier und der Stadtgalerie im öffentlichen Raum.

Rolle der Kunst in Lauenburg

Nun will das Künstlerhaus wissen, wie die Lauenburger sich die Zukunft ihrer Stadt vorstellen – und welche Rolle Kunst dabei spielen könnte. Ulrike Mechau-Krasemann, Angelika Fobian und Karin Bartelt-Frercks vom Vorstand und die künstlerische Leiterin, Marita Landgraf, laden für Freitag, 25. Oktober, zur Podiumsdiskussion „Lauenburg im Wandel“ ein. Welche Art von Stadt wünschen sich die Bewohner und wie kann die Öffentlichkeit in planerische Prozesse einbezogen werden? Welche Kriterien – wirtschaftliche, soziale oder ökologische – werden der Stadtplanung aktuell zugrunde gelegt und welche Möglichkeiten eröffnen künstlerische und interdisziplinäre Arbeitsansätze, um eine Stadt anders zu denken und zu bauen?

Projekte aus anderen Städten als Vorbild

Um diese Fragen soll es in der Diskussion gehen. „Uns interessiert dabei auch, mit welchen Ideen künstlerische Projektbeispiele aus anderen Städten darauf antworten“, sagt Marita Landgraf. Móka Farkas und Berndt Jasper vom Hamburger Künstlerkolletiv Baltic Raw berichten über ihre Projekte. Immer wieder thematisiert die Gruppe Veränderungen in Städten und fragt, wie eine alltagstaugliche, qualitativ lebenswerte und nachhaltige Stadtentwicklung gelingen kann. So hat das Künstlerkollektiv 2014 das Projekt „Eco-Favela – Lampedusa Nord“ auf Kampnagel realisiert, in dem vorübergehend Flüchtlinge untergebracht wurden. 2015 wurde das riesige Wandgemälde „Künstliche Paradiese“ am umstrittenen Neubau an Stelle der Esso-Häuser in St. Pauli aufgehängt. Und 2017 zeigten die Künstler ihre Installation „Kanalphilharmonie“ in den Deichtorhallen – sie war als Kommentar zu den gewaltigen Baumaßnahmen für die Elbphilharmonie entstanden.

Studiengang „Kultur der Metropole“

Auch Kerstin Niemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HafenCity Universität Hamburg, sitzt am 25. Oktober auf dem Podium. Sie wird über den Studiengang „Kultur der Metropole“ berichten. Die Ausbildung an der Schnittstelle von Stadtforschung und kultureller Praxis wird seit 2009 an ihrer Uni angeboten. Mit dabei ist auch Reinhard Nieberg, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Lauenburg. Die Hamburger Kunsthistorikerin und Autorin Dr. Veronika Schöne wird das Gespräch moderieren.

Damit mehr Besucher Platz finden haben, findet die Podiumsdiskussion im früheren Haus der Begegnung, Fürstengarten 29, statt. Beginn am 25. Oktober ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.