Digitalpakt

Bald hat die gute alte Schiefertafel ausgedient

Aufgaben im Englischunterricht auf dem Tablet lösen – in den Schulen soll das durch den Digitalpakt des Bundes bald Alltag sein. Doch wer trägt die Folgekosten?

Aufgaben im Englischunterricht auf dem Tablet lösen – in den Schulen soll das durch den Digitalpakt des Bundes bald Alltag sein. Doch wer trägt die Folgekosten?

Foto: dpa Picture-Alliance / Julian Stratenschulte / picture alliance/dpa

Lauenburg. Für 484.000 Euro kann Lauenburg seine Schulen für das digitale Zeitalter fit machen. Das Geld soll in die Infrastruktur fließen.

Lauenburg.  Schnelles Internet, um nach Informationen zu suchen, Whiteboards statt der guten alten Schiefertafel – für die digitale Ausstattung der Schulen stellt der Bund in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Das Land Schleswig-Holstein erhält aus diesem Fördertopf 142 Millionen Euro, im Kreis Herzogtum Lauenburg kommen davon 8,4 Millionen Euro an.

Lauenburg vom Eigenanteil befreit

„Für unsere beiden Schulen stehen 484.000 Euro zur Verfügung“, freut sich Lauenburgs Kämmerer Thomas Burmester. Normalerweise müsste die Stadt diese Summe noch um 15 Prozent Eigenanteil erhöhen. Weil finanziell schwach gestellte Kommunen von dieser Festlegung jedoch befreit sind, entfällt für die Stadt Lauenburg diese Förderrichtlinie.

Ganz von vorn muss die Stadt als Schulträger in Sachen Digitalisierung aber nicht anfangen. Sowohl die Albinus-Gemeinschaftsschule als auch die Weingartenschule verfügen zumindest bereits über WLAN. Innerhalb der Gebäude sind auch schon Glasfaserkabel verlegt.

„In der Bergstraße haben wir während der Kabelarbeiten auch schon die Voraussetzung geschaffen, dass uns die Telekom mit schnellem Internet über die Glasfasertechnik versorgen kann“, sagt Burmester. Da der Digitalpakt bereits Maßnahmen abdeckt, die ab Mai dieses Jahres in Angriff genommen wurden, fällt diese Investition bereits in die Förderung.

Stadt stellt nur Infrastruktur zur Verfügung

Wie die restliche Summe aus dem Fördertopf zwischen den beiden Schulen aufgeteilt wird, muss die Stadtvertretung entscheiden. „Ich gehe davon aus, dass es zu einer bedarfsorientierten Zuwendung kommt“, meint der Kämmerer. Um eine Bestandsaufnahme zu machen, den Bedarf zu analysieren und schließlich den Antrag zu stellen, hat sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Verwaltung, den beiden Schulleitungen und Lehrkräften gebildet.

Eine Hoffnung muss Burmester allerdings dämpfen. „Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung. Die Hardware werden wir davon nicht finanzieren.“ Dies habe einen guten Grund: „Tablets und andere Endgeräte sind schnell veraltet. Dann müssten wir aus eigenen Mitteln Ersatz beschaffen.“

Wer trägt die ganzen Folgekosten?

Die Folgekosten der Digitalisierungsoffensive sind bundesweit ein Diskussionspunkt. So hatte unter anderen der Reinbeker SPD-Abgeordnete Martin Habersaat im Mai vor dem Kieler Landtag zu bedenken gegeben: „Es ist ja einerseits schön, dass der Bund erkennt, dass Digitalisierung wichtig ist. Die Länder sollen ihre Schulen ausstatten. Aber der logische zweite Schritt ist, dass man fragt: Was ist denn, wenn die Computer, WLAN-Router und iPads in einigen Jahren abgeschrieben und erneuerungsbedürftig sind?“