Projekt TaBuLa

Bald dürfen Fahrgäste in den automatisierten Bus einsteigen

Fahrgäste an Bord: Das gab es in der ersten Testphase für TaBuLa noch nicht. Doch am 12. Oktober startet endlich der Regelbetrieb für den automatisierten Bus in Lauenburg, zunächst auf zwei Strecken in der Innenstadt.

Fahrgäste an Bord: Das gab es in der ersten Testphase für TaBuLa noch nicht. Doch am 12. Oktober startet endlich der Regelbetrieb für den automatisierten Bus in Lauenburg, zunächst auf zwei Strecken in der Innenstadt.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Lauenburg. Am Freitag startet der Testbetrieb in der Innenstadt. 100 Gäste zur Eröffnung erwartet.

Lauenburg.  Dieser Tag wird seit Monaten mit Spannung erwartet : Am Freitag, 11. Oktober, startet der Fahrgastbetrieb mit dem automatisierten Bus in der Innenstadt. Nicht nur die Lauenburger und ihre Projektpartner, auch die Wissenschaftler, die das Projekt TaBuLa (Testzentrum für automatisiert fahrende Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg) begleiten, dürften gespannt sein, ob und wie der reguläre Testbetrieb klappt.

Seit Juli hat das blau-weiße Fahrzeug schon so manches Mal für Aufsehen gesorgt, wenn es in gemächlichem Tempo auf dem Askanierring unterwegs war. Doch bisher durfte niemand an Bord, nur Ingenieure, Projektbetreuer und Busfahrer, die das Fahrzeug künftig begleiten sollen. Denn der kleine Bus musste erst einmal lernen, wie er sich auf den Straßen bewegen soll. So fuhr er ab und zu noch im falschen Winkel in die Parkposition oder holperte auch mal über einen Bordstein.

Am 11. Oktober wird sich zeigen, was er gelernt hat. Für 11 Uhr erwarten die Stadt Lauenburg und ihre Projektpartner, darunter die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), etwa 100 Gäste zur feierlichen Eröffnung im früheren Haus der Begegnung (Fürstengarten 29).

„Auch Verkehrsminister Bernd Buchholz hat sich angekündigt“, sagt Reinhard Nieberg, Leiter des Stadtentwicklungsamtes. In einem Kurzfilm wird das TaBuLa vorgestellt, es gibt Berichte über erste Forschungsergebnisse, eine VHH-Oldtimertour – und natürlich Fahrten im automatisierten Bus.

Interessierte Bürger können sich an diesem Tag an einem Stand am ZOB (Askanierring) informieren. Am Sonnabend, 12. Oktober, beginnt dann der öffentliche Betrieb. In die Altstadt geht es in dieser Testphase noch nicht, vielmehr vom ZOB über Hamburger Straße, Fürstengarten und Amtsplatz zurück zum ZOB. Eine Kurzstrecke führt zudem vom ZOB zum Amtsplatz und zurück.

Nicht nur alle technischen Funktionen und die Sicherheit werden damit erprobt. Es geht auch darum, ob die Menschen bereit sind, in einen automatisierten Bus zu steigen. Das wollen die Wissenschaftler der TUHH auch mit weiteren Befragungen erforschen. Der Bus ist in dieser Testphase bis zum 2. November unterwegs, jeweils von Dienstag bis Sonnabend, Sonntag und Montag ist „Ruhetag“.

„Ab kommenden Montag werden wir an allen betroffenen Haltestellen über die Fahrzeiten informieren“, kündigt VHH-Sprecherin Christina Sluga an. Die Beförderung ist kostenfrei, gefahren wird dienstags bis freitags von 8 bis 11 und 14 bis 17 Uhr, sonnabends von 8 bis 14 Uhr. Christina Sluga: „Wer mitfahren möchte, informiert sich vorher am besten, ob der Bus tatsächlich in Betrieb ist. Denn es kann auch mal passieren, dass daran Arbeiten vorgenommen werden müssen.“ Aktuelle Infos gibt es online unter www.tabulashuttle.de.

Nach dem 2. November folgt die dritte Testphase, in der auch die Altstadt angefahren wird – wegen enger Gassen und starken Steigungen eine große Herausforderung. Über eine Fortsetzung von TaBuLa nach dem bisher vorgesehenen Ende im Juni 2020 wird bereits nachgedacht (wir berichteten). Das Projekt kostet bis dahin 2,25 Millionen Euro und wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit 1,9 Millionen Euro gefördert.