Übergangslösung ab 2020

Lauenburger Grundschüler lernen bald in Containern

Die Weingartenschule soll umgebaut und erweitert werden.

Die Weingartenschule soll umgebaut und erweitert werden.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Lauenburg. Die Stadt plant einen Anbau für die Weingartenschule. Doch ab 2020 wird es erstmal eine Übergangslösung in Containern geben.

Lauenburg. Die Weingartenschule benötigt dringend mehr Platz. Laut Raumbedarfsplanung aus dem Jahr 2016 fehlen der einzigen Grundschule Lauenburgs etwa 2000 Quadratmeter Fläche für ihre rund 500 Schüler. Dass Abhilfe geschaffen werden muss, ist beschlossene Sache: Insgesamt 13 Millionen Euro sollen Umbauten, Sanierung und ein Neubau an der Stelle der heutigen Stadtbücherei kosten. Doch bis alles realisiert ist, kann noch einige Zeit ins Land gehen, schließlich steht auch noch die Finanzierung in den Sternen.

Klar ist aber schon jetzt, dass es ab dem Schuljahr 2020/21 eine Übergangslösung an der Fischerkoppel geben soll. Das teilte Reinhard Nieberg, Leiter des Stadtentwicklungsamtes, in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses mit. In Containern, die doppelstöckig aufgestellt werden, sollen sieben Klassenzimmer plus Nebenräume zur Verfügung gestellt werden. „Dorthin werden dann einzelne Klassen aller Jahrgänge ausweichen“, sagte Nieberg. Die große Pause werden die Grundschüler aber auf dem Schulhof am Weingarten verbringen, der etwa zwei Minuten zu Fuß
entfernt liegt.

Anwohner werden über Schulbau informiert

Im Bebauungsplan sei das Grundstück an der Fischerkoppel ohnehin als Baufläche vorgesehen, sagte Nieberg. Die Neue Lübecker, deren Wohnblocks rundherum stehen, werde ihre Mieter über das Projekt informieren.

Zum einen sollen die Container die schon jetzt angespannte Raumsituation an der Weingartenschule verbessern, zum anderen während der Bauarbeiten als Ausweichquartier zur Verfügung stehen. „Denn die werden
im laufenden Schulbetrieb durchgeführt“, kündigte der Amtsleiter an. Vor allem bauliche Verbesserungen sind geplant, um die Aufenthalts- und Lernqualität zu verbessern. Die Klassenräume, bisher nur 45 Quadratmeter groß, könnten nach dem „Herforder Modell“ durch Glaselemente zum Flur hin erweitert werden, so der Vorschlag der Verwaltung. Motto: „Vom geschlossenen Klassenzimmer zur offenen Lernlandschaft“.

Anbau an der Stelle der Stadtbücherei

Für zusätzlichen Platz wird der Neubau sorgen. Wie berichtet, soll die Stadtbücherei ins ehemalige Hotel Stappenbeck neben der geplanten Marktgalerie ziehen. „Davon versprechen wir uns auch eine Vitalisierung der Innenstadt – und wir retten historische Bausubstanz“, sagte Reinhard Nieberg. Die EU-weite Ausschreibung für die Planung der neuen Bücherei laufe. Um die insgesamt 13 Millionen Euro an Kosten zu decken, will die Stadt möglichst viele Fördertöpfe anzapfen. So könnte der Stappenbeck-Umbau aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ gefördert werden.

Vorrangig dient das Projekt, für das es auch einen Masterplan gibt, der qualitativen Verbesserung der Weingartenschule, betonte der Amtsleiter. „Denn wir rechnen nach 2023 nicht mehr mit wachsenden Schülerzahlen am Weingarten.“