Projekt läuft aus

Lauenburg Mitte: Wie geht es 2020 weiter im Quartier?

Quartiersmanangement Lauenburg Mitte läuft noch ein Jahr - wie es danach weitergeht weiß Claudia Löding noch nicht.

Quartiersmanangement Lauenburg Mitte läuft noch ein Jahr - wie es danach weitergeht weiß Claudia Löding noch nicht.

Foto: Karin Lohmeier / BGZ/Karin Lohmeier

Lauenburg. Seit vier Jahren ist Claudia Löding als Quartiersmanagerin für Lauenburg Mitte zuständig – ihre Zukunft ist ungewiss.

Lauenburg. Sie will die Lebensbedingungen der Menschen verbessern: Seit vier Jahren ist Claudia Löding Quartiersmanagerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für Lauenburg Mitte. Finanziert wird ihre Stelle von der Deutschen Fernsehlotterie. In der ersten Projektphase von 2015 bis 2018 flossen 100.000 Euro, dann wurde eine Verlängerung bis 2020 bewilligt, für noch einmal 85.000 Euro. „Wie es danach weitergeht, wissen wir noch nicht. Aber es laufen bereits Gespräche, unter anderem zwischen der Arbeiterwohlfahrt und der Stadt“, sagt Löding.

Der 49 Jahre alten Sozialpädagogin geht es dabei nicht nur um ihre eigene Stelle, sondern um all das, was sie im Quartier angeschoben hat. Regelmäßig gibt es Spiel- und Kreativangebote, wo Jung und Alt willkommen sind. „Ich will die Generationen zusammenbringen“, so Claudia Löding. Das gelingt auch in der „Schatzkiste“, wo es einmal monatlich um bestimmte Themen geht. Oder beim Quartiersfest oder dem Gesundheitstag.

Netzwerk fördert Projekte

Besonders wichtig ist der Quartiersmanagerin die Netzwerkarbeit. Unter anderem sind der Freundeskreis Hospiz, der Seniorenbeirat, das Lauenburger Künstlerhaus, Kibis, die Alzheimer-Gesellschaft und die Albinus-Gemeinschaftsschule dabei. Etliche Projekte haben sich daraus ergeben. „Im Alter is(s)t man anders“ heißt eines davon – es informiert Senioren über gesunde Ernährung, inklusive Einkaufstraining (wir berichteten). Auch ein Lauenburger Gesprächskreis für pflegende Angehörige ist entstanden und kürzlich gab es einen Kursus, in dem Interessierte sich mit dem Thema Sterben auseinandersetzen konnten.

„Wir entwickeln im Netzwerk auch neue Themen und schauen, wo wir politisch mitbestimmen können“, erläutert die Quartiersmanagerin. Manchmal ergibt sich durch ein Projekt ein Bedarf. Claudia Löding: „Beim Einkaufstraining für Senioren haben wir zum Beispiel bemerkt, dass viele Geschäfte nicht behindertengerecht sind. Rollstuhlfahrer kommen nicht an die Waren heran.“

Sorge um die vielen Angebote

Wichtig ist ihr, dass die Begegnungsstätte Lauenburg Mitte (Belami), die am Wohn- und Servicezentrum der Awo angesiedelt ist, auch in Zukunft offen für alle Menschen aus der Stadt bleibt. „Zum Beispiel für Selbsthilfegruppen, die sich hier gerne treffen“, so Löding. Überhaupt gebe es in Lauenburg eine rege Nachfrage nach größeren Veranstaltungsräumen, vor allem, seit das Mosaik-Zentrum nicht mehr zur Verfügung stehe.

Einige regelmäßige Angebote könnten wohl auch ohne Claudia Löding weiterlaufen, denn sie werden mittlerweile von ehrenamtlichen Helfern organisiert. Wie der Spielevormittag, zu dem die Lauenburgerin Ingrid Schleffler gern kommt. „Ich will nicht alleine sein“, sagt die 79-Jährige, die auch andere Angebote im Belami nutzt. Waltraud Genterszewsky (81) ist zum ersten Mal dabei und erzählt, dass sie den Tipp vom Medizinischen Dienst bekommen hat. „Meine Kinder sind tagsüber arbeiten und ich bekomme zu Hause Depressionen“, sagt die 81-Jährige. Hier dagegen wird auch mal herzlich gelacht. „Du bist die Sechserkönigin“, sagt eine der Frauen beim „Mensch ärgere Dich nicht“ zu Mitspielerin Karin Schultz (79).

Neue Finanzierung muss her

Für die Öffentlichkeitsarbeit werde sich nach Ablauf des Projekts wohl kaum jemand finden, ebenso wenig für die Leitung des Netzwerkes, fürchtet Löding. Darum wünscht sich die Quartiersmanagerin eine Verstetigung. „Demnächst gibt es wieder ein Austauschtreffen der Quartiersmanager, da geht es auch um die Frage, wie so etwas funktionieren kann.“ Fest steht: Eine weitere Finanzierung durch die Deutsche Fernsehlotterie gibt es nach fünf Jahren nicht mehr. Löding: „Weiter geht es nur mit einer Mischfinanzierung.“