Schulsozialarbeit

Vertrauen gewinnen und in Notlagen Halt geben

Michael Heuser ist neuerSchulsozialarbeiter an der Albinus-Gemeinschaftsschule. er unterstützt Meike Pedemonte. 

Michael Heuser ist neuerSchulsozialarbeiter an der Albinus-Gemeinschaftsschule. er unterstützt Meike Pedemonte. 

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Lauenburg. Sie greifen ein, wenn es „brennt“: Meike Pedemonte ist Schulsozialarbeiterin an der Albinusschule. Jetzt hilft ihr Michael Heuser.

Lauenburg.  Erster Liebeskummer, Streit mit der Freundin, Stress mit den Eltern oder gar der Tod eines Familienmitgliedes – Jugendliche kommen oft mit einem ganzen Rucksack von Problemen in den Unterricht. Manche reagieren darauf mit Verschlossenheit, andere flippen regelmäßig aus. Oft hilft es schon, wenn sich die Jugendlichen einfach mal das Herz ausschütten können. Meike Pedemonte (45) ist seit dem 1. April Schulsozialarbeiterin an der Albinusgemeinschaftsschule. Jetzt hat sie mit Michael Heuser einen neuen Kollegen.

Einfühlvermögen ist wichtig

Wer sich als Sozialarbeiter an einer Schule bewirbt, muss sich vor allem auch in die emotionalen Probleme der Heranwachsenden einfühlen können. „Ich haben ein dreijähriges duales Studium als Sozialarbeiter abgeschlossen und und in diesem Rahmen Schulsozialarbeit kennengelernt. Das ist genau mein Ding “, sagt der 28-Jährige. Für seine Stelle hatten sich Lauenburgs Politiker fraktionsübergreifend stark gemacht. Hintergrund: Mehr als 900 Kinder und Jugendliche lernen derzeit an der Albinus-Gemeinschaftsschule, das sind doppelt so viele, wie vor der Einführung der gymnasialen Oberstufe vor fünf Jahren. Allerdings war die zweite Personalstelle der Schulsozialarbeit lange mit einem Sperrvermerk versehen. Erst im Juni erlaubte es die Haushaltslage der Stadt, die Stelle auszuschreiben.

Umfangreiches Aufgabenfeld

Das Aufgabenfeld der Schulsozialarbeiter ist vielfältig. Mitunter lastet aus allen Richtungen großer Druck auf den Jugendlichen, die besonders in einer Gemeinschaftschule aus allen sozialen Schichten kommen. Oft genügt ein vermittelndes Gespräch zwischen Schüler, Lehrer oder Eltern. „Mitunter ist die Situation zu Hause aber so verfahren, dass sich Schüler allein nicht mehr zu helfen wissen. Dann sei vor allem Fingerspitzengefühl gefragt und der Grundsatz: Ohne Einverständnis des Schülers passiert gar nichts“, sagt Meike Pedemonte. Dass sie jetzt einen männlichen Kollegen an ihrer Seite hat, freut sie besonders. „Es gibt ja manchmal Themen, die bespricht ein Junge lieber mit einem Mann und ein Mädchen lieber mit einer Frau“, sagt sie.

Platz für vertrauliche Gespräche

Michael Heuser hat sein Büro bereits bezogen. Dass die Schulsozialarbeiter in einem abgelegenen Teil der Schule ihre vertraulichen Gespräche führen können, hält er für einen großen Vorteil. „Wer zu uns kommt, befindet sich in einer Art Schutzraum, weit ab vom Unterricht oder dem Zuhause“, sagt er. Michael Heuser will sich künftig vor allem um die 20 Streitschlichter der Schule kümmern. Sie kommen zum Einsatz, wenn es zum Beispiel Zoff auf dem Schulhof gibt. Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche untereinander oft viel schneller ihre Konflikte lösen, als wenn sich Erwachsene einmischen. Auch werden die sich daraus ergebenden Lösungsansätze oft besser akzeptiert. Um den Jungen und Mädchen das Handwerkszeug dafür zu vermitteln, hat sich Michael Heuser bereits zu einer entsprechenden Fortbildung angemeldet.