Wohngebiet West

Alle Maschinen stehen still am Birnbaumskamp

Erschließung ruht im Wohnbaugebiet Birnbaumskamp

Erschließung ruht im Wohnbaugebiet Birnbaumskamp

Foto: BGZ / Timo Jann

Lauenburg. Im Juli haben die Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet Birnbaumskamp begonnen – jetzt stehen die Maschinen still.

Lauenburg.  Langsam holen sich Gras und Wildkräuter die Flächen zurück, die der Bagger bereits frei geschaufelt hatte. Im Juli haben die Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet Birnbaumskamp begonnen – jetzt stehen die Maschinen still.

Grund dafür sind von der Firma Werretal gewünschte nachträgliche Änderungen im Erschließungsvertrag mit den Stadtbetrieben. Diese hatten das Ackerland von mehreren Eigentümern erworben. Die 100-prozentige Tochter der Stadt wollte die Fläche aber von Anfang an nicht selbst entwickeln, sondern an externe Erschließungsträger veräußern.

Nach einem Reinfall mit dem ersten Erschließungsträger, hatte sich das Unternehmen Werretal aus Herfort ins Spiel gebracht. Auf der Webseite der Firma sind 34 der insgesamt 70 Grundstücke des ersten Bauabschnittes als „verkauft“ gekennzeichnet,
23 Grundstücke tragen einen Reservierungsvermerk.

Änderungswünsche im Erschließungsvertrag

Doch die Geduld der Bauwilligen wird auf eine harte Probe gestellt: Zunächst war von dem Erschließungstermin im Frühjahr 2019 die Rede. Dann hatten sich die Arbeiten verschoben, weil sich auf die Ausschreibung zu wenige Firmen beworben hatten.

Aus Sicht von Werretal resultiert der derzeitige Baustopp daraus, dass die Stadtbetriebe auf Änderungswünsche im Erschließungsvertrag nur schleppend reagieren. Als Sicherheit wurde dort vereinbart, dass Werretal Bankbürgschaften hinterlegt. „Um der Vorgabe der Bank nachzukommen, haben wir angeregt, die vereinbarte Sicherheit ,Bankbürgschaft’ gegen die ,Hinterlegung von Bargeld’ auszutauschen“, erklärt der Geschäftsführer von Werretal, Udo R. Helling. Entsprechende Entwürfe lägen der Stadt seit Längerem vor. „Bisher gibt es weder eine schriftliche Stellungnahme, noch konkrete Änderungswünsche zu den Entwürfen, von denen das städtische Exemplar beurkundet werden muss“, so Helling.

Bei Stadt und Stadtbetrieben will man sich nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen. „Weder die Stadt noch die Stadtbetriebe sind willens ohne weitere Prüfungen und angesichts rechtsgültiger Verträge finanzielle Risiken einzugehen“, sagt Thomas Burmester, Lauenburgs Kämmerer und Vorstand der Stadtbetriebe.

Werretal rechnet mit Baubeginn im nächsten Jahr

Die Änderungen seien mit Werretal vorbesprochen, aber noch nicht abschließend akzeptiert. „Ohne die nach Vertragsabschluss vorgetragenen neuen Wünsche der Firma Werretal wären nach meinem Dafürhalten die Verschiebungen des Baubeginns vermeidbar gewesen“, betont Burmester. Werretal versucht, die Grundstückseigentümer zu beruhigen. „Wir halten daran fest, dass wir die Erschließungsarbeiten zum Jahresende abschließen und die Errichtung der Häuser im nächsten Jahr beginnen kann“, versichert Helling.