Teile der Fassade eingestürzt

Schwere Panne beim Abriss des Postgebäudes

Trümmerteile fliegen bis auf den Gehweg.

Trümmerteile fliegen bis auf den Gehweg.

Foto: Elke Richel / Privat / M. Kubelke

Lauenburg. Das hätte schief gehen können: Beim Abriss des Postgebäudes stürzt ein Teil der Fassade unkontrolliert ein.

Lauenburg.  Eine schwere Panne ereignete sich gestern gegen 16.15 Uhr bei den Abrissarbeiten des alten Postgebäudes: Ein Stück der vorderen Fassade stürzte unkontrolliert ein, während sich die Baggerschaufeln von hinten weiter in das Gebäude fraßen. Große Trümmerteile begruben nicht nur den Bauzaun unter sich, sondern landeten auf dem nicht abgesperrten Fußweg. Trotz Feierabendzeit waren dort glücklicherweise gerade keine Passanten unterwegs. „Das war ein Rums wie ein Erdbeben“, schilderte ein Augenzeuge den Einsturz.

Lauenburger Verwaltung schnell vor Ort

Mitarbeiter der Lauenburger Verwaltung waren schnell vor Ort, um die Lage zu beurteilen. „Ich bin entsetzt, wie dort vorgegangen wurde. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was da hätte passieren können“, sagte Christian Asboe aus dem Bauamt anschließend. Wie es aus seiner Sicht hätte laufen müssen, zeige der Abriss der alten Passage auf der anderen Straßenseite vor zwei Jahren. „Da wurden vorher akribisch Absperrungen vorgenommen und erst dann Stück für Stück mit dem Abriss begonnen.“ Per Telefon erreichte Asboe schließlich den zuständigen Bauleiter, der zur Zeit des Einsturzes nicht auf der Baustelle war. Gut eine Stunde nach dem Einsturz war die Abrissstelle vorläufig gesichert.

Vor-Ort-Termin anberaumt

Für heute hat die Stadt einen Vorort-Termin mit der Abrissfirma angeordnet. „Wir müssen klären, wie es zu dem Vorfall kam. Außerdem werden Statiker den noch stehenden Gebäudeteil unter die Lupe nehmen“, kündigt Asboe an. Wahrscheinlich müsse der Gehweg für die Zeit der Abrissarbeiten komplett gesperrt werden. Unklar war gestern noch, wie die Fußgänger dann geleitet werden. Für Asboe steht fest: „Der Vorfall wird für die Abrissfirma Konsequenzen haben.“

Wie berichtet hatte der Abriss des Postgebäudes, das dem Edeka-Neubau weichen muss, am vergangenen Dienstag begonnen. Zuvor hatte es immer wieder Rückschläge für das Projekt gegeben. Auch der zuletzt angekündigte Start der Abrissarbeiten hatte sich um einen Monat verzögert.

Einer der Gründe, weshalb das Projekt der Edeka in den vergangenen Jahren nicht voran kam, waren Einwendungen der Denkmalschützer, die unter anderem die Treppe und die Skulptur vor dem Eingang des Gebäudes als schützenswert deklarierten – beide liegen jetzt unter den Trümmern begraben.