Talente im Flow

Klassikfestival: Große Bühne für junge Talente

Die junge Sopranistin Antonia Alves Schlünzen in Violoncello-Begleitung begeisterte das Publikum.

Die junge Sopranistin Antonia Alves Schlünzen in Violoncello-Begleitung begeisterte das Publikum.

Foto: Tomaszewski

Lauenburg. Das zweite Klassikfestival in Lauenburg bot jungen Talenten eine große Bühne.

Lauenburg. Das Festival „Sommerliche Musik Lauenburg“ mit dem Untertitel „Talente im Flow“ machte am Wochenende seinem Namen alle Ehre: Nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen, sondern vor allem wegen der mehr als 50 jungen Talente – allesamt zwischen acht und 20 Jahren jung – die in der Maria-Magdalenen-Kirche die Zuhörer musikalisch verwöhnten. Ensemblemusik stand dieses Jahr im Vordergrund: „Wir erreichen damit, was wir über Solokonzerte nicht erreichen. Die Kinder hören sich gegenseitig zu; sie sind Partner und keine Konkurrenten“, erklärte Organisator Bernhard Sdun.

Acht Monate Planung stecken in diesem Festival, das Martin von Hopffgarten zum ersten Mal künstlerisch geleitet hat: „Ich hatte viele unterschiedliche Aufgaben: Akquise und Talentsuche.“

Klassik von Vivaldi bis Villa-Lobos

Das Eröffnungskonzert am Freitagabend begann mit Ninon Gloger (Klavier) und Daniel Sorour (Violoncello), denen ihre immense Spielfreude und Professionalität direkt anzusehen waren. Der junge Hojin Kim am Klavier begeisterte mit Stücken von Chopin und Beethoven und zusammen mit Martin von Hopffgarten am Violoncello mit der Suite Nr. 3 in C-Dur von Bach.

Am Sonnabendnachmittag erwartete die Zuhörer ein breites Spektrum an Klassik von Vivaldi bis Villa-Lobos und darüber hinaus eigene Jazz-Kompositionen der beiden jungen Talente Lajos Meinberg und Kjell Kitzing.

Bernhard Sdun hatte in der Begrüßungsrede die Gäste gebeten, statt langanhaltendem Applaus den jungen Künstlern ein „Viva la Musiva!“ zu singen. Und so zollten denn die Zuhörer zum Ende jedes Auftrittes nicht nur Beifall, sondern während der Umbauphase auch ihre Anerkennung in Form dieses bekannten Kanons von Michael Praetorius.

Neuauflage im nächsten Jahr geplant

Den Sonntagsgottesdienst bereicherten Julia und Mascha Kalinowski mit der Komposition „Libertango für Klavier zu vier Händen“ von Astor Piazzolla und Maximilian Biebl (Violine) und Martin von Hopffgarten (Violoncello) mit Stücken des zeitgenössischen Komponisten Erwin Schulhoff.

Hopffgarten ist gedanklich bereits beim Festival im nächsten Jahr: „Ich habe ein paar Ideen im Kopf. Ein Vier-Länder-Konzert und zwar in Verbindung mit dem 250. Geburtstag von Beethhoven.“ Viel Beifall dafür und „Da capo!“ für das nächste Jahr.