Marode

Bahn plant Sanierung der Lauenburger Elbbrücke

Ein gewohntes Bild in den vergangenen Jahren: Wegen Reparaturarbeiten ist die Elbbrücke halbseitig gesperrt.

Ein gewohntes Bild in den vergangenen Jahren: Wegen Reparaturarbeiten ist die Elbbrücke halbseitig gesperrt.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Lauenburg. Jahrelang wurde an der maroden Lauenburger Elbbrücke nur herumgeflickt. Jetzt plant die Bahn die Sanierung.

Lauenburg. Wie oft sie in den vergangenen Jahren auf der Lauenburger Elbbrücke wegen Bauarbeiten im Stau gestanden haben, können viele Autofahrer nicht mehr zählen. Zuletzt im April dieses Jahres hatte die Bahn hier eine Baustelle errichtet, um Korrosionsschäden am Tragwerk unterhalb des Geh - und Radweges zu beseitigen. In diesem Fall waren die Autofahrer nur an wenigen Tagen von einer halbseitigen Sperrung betroffen. Wer aber zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Kinderwagen auf die andere Elbseite wollte, musste über neun Stufen eine 15 Meter lange Behelfskonstruktion erklimmen.

Verschiedene Zuständigkeiten für die Brücke

Die Reparatur des Tragwerkes des Weges hatte sich um Wochen verzögert. Abstimmungsprobleme bezüglich des Belags seien die Ursache, teilte die Bahn damals mit. Die „Abstimmungsprobleme“ resultieren aus den verschiedenen Zuständigkeiten auf der Lauenburger Elbbrücke: Für die Tragwerkskonstruktion ist die Deutsche Bahn verantwortlich. Für den Belag der Straße und des Gehweges der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr. Und da knirscht es immer mal wieder im Getriebe. Die Stadt Lauenburg fühlt sich vom Informationsfluss über die Zukunft der Elbbrücke völlig abgehängt.

Fest steht: Alle Baumaßnahmen der vergangenen Jahre waren Flickwerk. Vor elf Jahren hatte ein Gutachten dem 1951 errichteten Bauwerk bereits erhebliche Mängel bescheinigt. Doch die ursprünglich geplante Erneuerung platzte ebenso wie die später angekündigte Sanierung. „Ich hatte schon Skizzen des Neubaus gesehen. Dann kam eine Wunderheilung der Brücke, die uns alle überraschte“, erinnert sich Lauenburgs Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Mittlerweile erreicht die Lauenburger Elbbrücke teilweise die schlechteste Zustandsbewertung, die für Brücken in Deutschland vorgesehen ist.

Gesprächsrunde zur geplanten Sanierung der Brücke

Offenbar plant die Bahn zwar noch immer keinen Neubau, wohl aber eine größere Baumaßnahme an der Elbbrücke. Beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr hat man davon schon gehört. „Damit ist sicherlich die Maßnahme der Deutschen Bahn Netz AG gemeint. Unseres Wissens nach ist dafür das Regionalnetz Elbe-Weser-Heide/Oldenburg in Bremen zuständig“, sagt Sprecherin Dagmar Barkmann auf Nachfrage.

Bei der Bahn hält man sich mit Details zwar noch zurück, bestätigt aber immerhin: „Für Ende September sind Gespräche zwischen der Deutschen Bahn, der Gemeinde und dem Straßenbaulastträger geplant. Gegenstand der Gespräche werden der Umfang und die Möglichkeiten zur Durchführung einer Sanierung sein.“

Zwar weiß Bauamtsleiter Reinhard Nieberg noch nichts von der geplanten Gesprächsrunde, ist aber optimistisch, dass es sich bei den Plänen der Bahn diesmal nicht nur um Flickschusterei handelt. „Bei den immer wiederkehrenden Reparaturarbeiten und den damit verbundenen Sperrungen, waren wir im Vorfeld nie eingebunden. Nur als es vor Jahren um die Fragen Neubau und später Grundsanierung ging, saßen wir mit am Tisch“, sagt er. Wenn es jetzt tatsächlich um eine langfristige Lösung für die Elbbrücke gehe, sei er gern wieder Gastgeber des Abstimmungsgespräches.