Obstbäume

Fürstengarten: Hier darf ruhig zugegriffen werden

Das Obst aus dem Fürstengarten darf von den Lauenburgern gepflückt oder gesammelt werden

Das Obst aus dem Fürstengarten darf von den Lauenburgern gepflückt oder gesammelt werden

Foto: Richel

Lauenburg. Im Lauenburger Fürstengarten gibt es einen historischen Obstgarten. Hier darf guten Gewissens geerntet und gesammelt werden.

Lauenburg.  Zugegeben, wie makelloses Tafelobst sehen sie nicht aus, die Äpfel an den Bäumen im Fürstengarten. Klein sind sie und manche sogar ein bisschen schrumplig. Kein Wunder, schließlich stammen die Baumsorten teilweise aus dem 18. Jahrhundert.

Deren Äpfel findet man heute in keinem Supermarkt. Ein Obstbauversuchsanstalt aus Jork hatte vor vielen Jahren ein Gutachten erstellt. „Goldparmäne“, „Signe Tullisch“, „Coullons Renette“, „Schöner von Boskop“ und „Prinzenapfel“ sind die klangvollen Namen der alten Sorten. Aber auch bevor diese heute noch erhaltenen Bäume gepflanzt wurden, erntete man im Fürstengarten Obst. Herzogin Maria, Gattin von Franz II., soll ja einen „grünen Daumen“ gehabt haben. Der Herzog hatte sie 1582 geehelicht. Ein Jahr später schenkte er ihr zum Geburtstag den im Osten der Burg gelegenen Freudenberg – heute Fürstengarten. Streng geometrisch geordnet bot der darin befindliche Obstgarten einen schönen Anblick und trug außerdem zur Ernährung des Hofes bei.

Ernten und Sammeln erlaubt

„Alle reifen Früchte – auch die Mirabellen im Bauerngarten und die Kirschen – dürfen von den Besuchern des Gartens gepflückt und genossen werden“, steht heute auf einer Informationstafel. Für viele Lauenburger ist die Obstwiese im Fürstengarten ein Geheimtipp: Gerade die alten Sorten sollen besonders aromatisch schmecken, auch wenn diese sicher keinen Schönheitspreis gewinnen. „Wir freuen uns darüber, wenn das Obst nicht verkommt“, versichert Bauamtsleiter Reinhard Nieberg.

Wenn das geplante Hotel am Fürstengarten gebaut wird, soll übrigens auch der historische Obstgarten erhalten bleiben. In der Pflanzenauswahlliste für den Bebauungsplan sind Quitte, Apfel, Kirsche, Pflaume und Birne angegeben.

Wem das derzeitige Obstangebot im Fürstengarten nicht ausreicht, sollte mal auf der Internetseite www.mund raub.org. stöbern. Dort werden unter anderem Standorte mit frei zugänglichen Obstgehölzen angezeigt und können eingetragen werden. „Mundraub.org“ ist die größte deutschsprachige Plattform für die Entdeckung und Nutzung essbarer Landschaften. Wichtigste Regel: Für den Eigenbedarf pflücken ist erlaubt, aber nicht in großem Stil oder gewerbsmäßig.

Die kleinen Früchte im Fürstengarten sollten trotzdem nicht verschmäht werden. Einfach mal Mus aus den säuerlichen Äpfeln kochen. Noch ein raffinierter Tipp aus dem Internet: Das Apfelmus mit Ingwer und Chili abschmecken. Das wärmt an kalten Wintertagen auf jeden Fall ordentlich durch.