Aufräumaktion

Ganz weg kommt im Theater gar nichts

Theaterchef Andreas Püst (Mitte) und die Bufdis David Riediger (links) und Paul Schoel räumen in der Sommerpause das Lauenburger Theater auf.

Theaterchef Andreas Püst (Mitte) und die Bufdis David Riediger (links) und Paul Schoel räumen in der Sommerpause das Lauenburger Theater auf.

Foto: Karin Lohmeier / BGZ/Karin Lohmeier

Lauenburg. Das Lauenburger Theater hat gerade zwei Bundesfreiwillige – Chef Andreas Püst nutzt die Sommerpause zum Aufräumen.

Lauenburg.  Beim Lauenburger Theater geben sich gerade zwei Bufdis die Klinke in die Hand: David Riediger ist gerade angekommen und Paul Schoel ist noch da. Theaterchef Andreas Püst nutzt die Gelegenheit und räumt mit den beiden ordentlich auf. „Im Laufe der Spielzeit sammelt sich im Theater immer vieles an, was wir in unseren Produktionen brauchen“, erzählt er.

Auf der Bühne stehen jetzt Kartons mit technischem Zubehör und Requisiten wild durcheinander. „Das sind Dimmerpacks, die wir vor vier Jahren günstig kaufen konnten“, erklärt Püst den Inhalt mehrerer Pakete. Gebraucht wurden sie bisher noch nicht – aber bald sollen sie zum Einsatz kommen. Denn an einer weiteren Traverse vor der Bühne sollen Scheinwerfer angebracht werden, die das Spielgeschehen viel besser ausleuchten können als bisher. Sie werden mithilfe der Dimmerpacks gesteuert.

Das Bett hat schon in mehreren Stücken mitgespielt

Ein roter Stuhl liegt vor einem weißen Bett mit blauer Matratze. „Der Stuhl ist ein Requisit für das Stück ‘Der Teufel und die Diva“, erzählt der Theaterchef. Die Komödie, in der Andreas Püst selbst mitspielt, ist eine Koproduktion mit dem Kleinen Hoftheater Hamburg und wird in Lauenburg am 26. und 27. Oktober gezeigt. Sie erzählt von Hildegard Knef und ihren mitreißenden Chansons, die sogar ein Teufel singen will… Und das Bett hat schon in mehreren Stücken mitgespielt, zuerst in „Titanic“ vor sieben Jahren, dann in „Tom Sawyer“ und „Zauberer von Oz“.

David Riediger kramt in einem Karton, in dem sich Teile für die Bistrotische des Theaters befinden. „Also das hier würde ich ungern zusammenbauen“, sagt der 18-Jährige und hält sperrige Metallstangen in die Höhe. Für das Jahr im Bundesfreiwilligen Dienst pendelt er nun täglich zwischen seinem Wohnort Bargdorf in Niedersachsen und Lauenburg. „Danach will ich in Uelzen mein Fach-Abitur in Sozialpädagogik machen“, erzählt er.

Mit seinem Kollegen Paul Schoel muss er manchmal auch schwere Requisiten tragen. Denn kaum jemand weiß, dass hinter der Bühne, verborgen von einem schwarzen Vorhang, Podeste, Treppenteile und Türen lagern, die immer wieder für Theaterproduktionen gebraucht werden. Was bleibt hier, was wird ausgelagert? Diese Frage stellt sich beim Aufräumen immer wieder. Denn das Lauenburger Theater verfügt zusätzlich über Räume in einem Gebäude der Hitzler-Werft, wo auch die Probenbühne untergebracht ist sowie über eine Scheune in Neetze.

Ganz weg kommt in der Regel nichts, betont der Theaterchef. Denn das Theater habe zu wenig Geld, um immer wieder neue Requisiten oder Kulissen zu kaufen. „Wir hatten zum Beispiel schon mal Laternen weggeworfen, die wir kurz danach doch wieder brauchten“, so Püst. Kehrseite: Die Lager platzen aus allen Nähten. Wer einen Raum kostenlos zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne melden.

Das Eingangsfoyer wird neu gestrichen

Mitten in allem Aufräumen greifen Paul und David auch mal zum Farbroller – sie erneuern gerade den Anstrich im kleinen Eingangsfoyer. Das zeigte nach zehn Jahren Theaterbetrieb deutliche Abnutzungsspuren. Für Paul sind es die letzten Arbeiten im Lauenburger Theater. „Ich fand es toll, dass ich hier die Aufgaben so selbstständig erledigen konnte“, sagt der 19-Jährige, der nun studieren will – entweder Medienwissenschaften oder Veranstaltungstechnik.

Theaterchef Püst hofft, dass er bald einen weiteren Bufdi bekommt. „Das ist eine Stelle bei einem anderen Träger, dem Bund Deutscher Amateurtheater“, erklärt er. Und er hat schon eine sehr interessante Bewerbung dafür vorliegen.

Im Oktober beginnt die zehnte Spielzeit mit der Wiederaufnahme von „Die letzten fünf Jahre“. Das neue Programm ist online: www.theater-lauenburg.de.