Radverkehrskonzept

Bundesstraße 5: Für zwei Schutzstreifen zu wenig Platz

Am 13. Juni zählte das Team um Gutachter Edzart Hildebrandt den Feierabendverkehr auf der B 5 in Lauenburg. Die meisten Fahrzeuge fuhren auf der rechten Seite Richtung Osten. Hier sollen Radfahrschutzstreifen angebracht werden.

Am 13. Juni zählte das Team um Gutachter Edzart Hildebrandt den Feierabendverkehr auf der B 5 in Lauenburg. Die meisten Fahrzeuge fuhren auf der rechten Seite Richtung Osten. Hier sollen Radfahrschutzstreifen angebracht werden.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Lauenburg. Lauenburgs Radfahrer leben gefährlich, insbesondere auf der Bundesstraße 5. Für beidseitige Schutzstreifen ist hier kein Platz.

Lauenburg.  Egal, wie man es dreht und wendet – Radfahren in Lauenburg birgt auch in Zukunft Risiken. Dies ist das Ergebnis der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Montagabend. Gutachter Edzart Hildebrandt hatte das „Handlungskonzept zur Sicherung und Förderung des Radverkehrs“ erneut auf den Tisch gelegt. Vor zehn Jahren hatte sich sein Büro erstmals Gedanken darüber gemacht, wie Radfahren in Lauenburg attraktiver und vor allem sicherer gemacht werden könnte.

Mit Spannung erwartet: Würde Hildebrandt von seinem umstrittenen Vorschlag abrücken, im Bereich der Innenstadt lediglich auf der rechten Fahrbahnseite der B 5 Radfahrschutzstreifen aufzubringen?

Die SPD hatte schon im Vorfeld der Sitzung angekündigt, diese Variante nicht zu akzeptieren. Doch Hildebrandt blieb dabei: Für Schutzstreifen auf beiden Seiten sei kein Platz, denn die Fahrbahn sei durchgängig nur 7,50 Meter breit. Die Benutzung des Streifens ist nicht verpflichtend, auf beiden Seiten sollen Radler weiterhin auf dem Gehweg fahren dürfen.

Grundlage sind „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“

André Peylo (SPD) zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Gutachter im Wesentlichen seine Argumente wiederholte. „Ist es definitiv verboten bei dieser Fahrbahnbreite zwei Schutzstreifen zu markieren. Gibt es eine gesetzliche Grundlage, die das festschreibt?“, wollte er wissen und schlug vor, in diesem Fall die Radfahrer von der Straße weg über die Alte Wache zu leiten.

Auch Thorsten Pollfuß (Grüne) hakte bezüglich der Vorschriften für die Mindestbreite der Fahrbahn für Schutzstreifen nach. Eine gesetzliche Grundlage nannte Hildebrandt zwar nicht, verwies aber auf die geltenden „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA).

Heinz Victor vom Bürgeraktionsbündnis „Lauenburg reicht’s“ beurteilte den Vorschlag des einseitigen Radfahrschutzstreifens weniger kritisch, zumal auf der anderen Fahrbahnseite Piktogramme auf der Fahrbahn den Autofahrern signalisierten sollen, auf Radfahrer Rücksicht zu nehmen. „Wir sollten besser schnell eine Lösung finden, als das Konzept noch weiter auf die lange Bank zu schieben“, sagte er.

Und auch Peter Junge vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) lobte den Ansatz des Gutachters, durch wenigstens einen Schutzstreifen die gefährliche Situation für Radfahrer auf der B 5 entschärfen zu wollen.

Untere Verkehrsbehörde entscheidet über Vorschläge

Lauenburgs Bauamtsleiter Reinhard Nieberg verwies darauf, dass die Stadt diesbezüglich ohnehin nur Vorschläge unterbreiten kann. „Die untere Verkehrsbehörde des Kreise entscheidet letztendlich darüber, ob unsere Lösungsansätze tatsächlich umgesetzt werden“, sagte er.

„Also sollten wir uns in den Fraktionen eine Meinung bilden, diese abstimmen und unsere gemeinsamen Vorschläge dann der unteren Straßenbehörde vorlegen“, regte Christian Stockfisch (CDU) an. Diesem Vorschlag folgten die Ausschussmitglieder.

Dem Gutachter gaben die Politiker auf den Weg, bei der Fortschreibung des Konzeptes die vorgetragenen Bedenken und Vorschläge zu berücksichtigen.