Automatisierter Bus

Fahren auf virtueller Schiene in Lauenburg

Der autonome Bus ist in Lauenburg angekommen.

Der autonome Bus ist in Lauenburg angekommen.

Foto: Timo Jann

Lauenburg. 2020 soll der automatisierte Bus in Lauenburg rollen. Damit das gelingt, müssen die Straßen vorbereitet werden.

Lauenburg.  Der automatisierte Bus wird in Lauenburg mit Spannung erwartet. Wie berichtet, ist die Stadt eines der wenigen Testzentren für diese Fahrzeuge, die kein Steuerrad haben. Lediglich ein Begleiter ist geplant, der während der Fahrt bei Schwierigkeiten eingreifen kann. Anfang August soll der Testbetrieb in der Schifferstadt aufgenommen werden. Darum beginnen am 15. Juli Markierungsarbeiten im Straßenraum.

Strecke wird einprogrammiert

Damit der automatisierte Kleinbus die geplante Teststrecke selbstständig befahren kann, muss diese in den Bordcomputer des Busses einprogrammiert werden. Der Bus orientiert sich mittels einer virtuellen Schiene, auf der sich der Bus bewegt. Für die Markierung der Strecke würden dabei nur geringe Eingriffe in den Straßenraum vorgenommen, teilen die Wissenschaftler von der Technischen Universität Hamburg-Harburg mit, die das Projekt begleiten.

Bus fährt über Parkplätze

So sollen unter anderem die Parkplätze an der Berliner Straße, Hausnummer 14 (Café Clausen) markiert werden, um sie visuell vom Fahrstreifen zu trennen, auf dem der Kleinbus fahren soll. Im Askanierring werden Parkplätze zudem verschoben, damit eine ausreichend breite Fahrbahn für die Begegnungsfälle zur Verfügung steht.

Neben den Markierungen werden zusätzlich an der Straße „Großer Sandberg“, die den östlichen Teil der Teststrecke darstellt, Landmarker aufgestellt. Denn die Fahrbahn liegt unter hohen Bäumen, deren Blätterdach den automatisierten Bus stellenweise von seiner Verbindung zum satellitengestützten Navigationssystem GPS trennt.

Landmarker werden aufgestellt

Damit der Bus immer „weiß“, wo er sich befindet, werden die Landmarker aufgestellt. „Diese werden neben der virtuellen Schiene ebenfalls einprogrammiert. Sie fungieren quasi als Orientierungspunkte, an denen sich der Kleinbus ,entlanghangeln’ kann“, erklären die Projektpartner für „TaBuLa“ (Testzentrum für automatisiert verkehrende Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg).

Die erste Teststrecke für den Bus ohne Fahrer soll ab August vom ZOB bis zum Schlossplatz führen – Fahrgäste sind dann noch nicht an Bord. Sie können erst einsteigen, wenn es in der nächsten Phase auf die viel befahrene Berliner Straße und später in die Altstadt geht. An den Ampeln, die der Bus passiert, wurden bereits Road Side Units (RSU) installiert, die eine drahtlose Kommunikation mit dem Bus herstellen.

Lauenburg perfekte Testumgebung

Lauenburg mit seinen engen Gassen in der Altstadt, Kopfsteinpflaster und dem steilen Elbhang gilt als ideal, um Potenziale und Hindernisse eines autonomen Fahrzeugs zu erproben. Das Projekt soll – so die Planung – bis Ende Juni 2020 laufen. Es kostet insgesamt 2,25 Millionen Euro, davon kommen 1,92 Millionen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.