Waldbrand

Lauenburgische Retter helfen beim Löschen in Lübtheen

Feuerwehrbereitschaft Herzogtum Lauenburg auf dem Weg nach Lübtheen zum Waldbrand

Feuerwehrbereitschaft Herzogtum Lauenburg auf dem Weg nach Lübtheen zum Waldbrand

Foto: Timo Jann

Lauenburg. Das Schweriner Innenministerium bittet den Kreis Herzogtum Lauenburg um Hilfe. 100 Retter rücken zu Löscharbeiten in Lübtheen aus,

Lauenburg/Lübtheen.  Nach einem Hilferuf des Schweriner Innenministeriums sind am Dienstag Feuerwehrleute aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg zur Unterstützung beim Waldbrand-Einsatz in Lübtheen ausgerückt. „Die Unterstützung in einer solchen Situation ist selbstverständlich. Im umgekehrten Fall würden sich die Kameraden aus Mecklenburg-Vorpommern auch für uns einsetzen,“ erklärte Landrat Christoph Mager.

100 Einsatzkräfte des Kreises helfen vor Ort

Um 5 Uhr war die Anforderung an den Kreis durch das Kieler Innenministerium gekommen, um 7 Uhr erfolgte der Alarm für die Mitglieder der Wassertransportbereitschaft. Um 8 Uhr trafen sich die 100 Einsatzkräfte mit ihren mehr als 20 Fahrzeugen auf dem Rastplatz Gudow an der A 24. Der Bereitschaft gehören Retter zahlreicher Feuerwehren an, die vor allem Fahrzeuge mitbringen, die große Mengen Wasser transportieren können. Unter anderem sind die Feuerwehren aus Geesthacht und Schwarzenbek dabei. „Es hat ja Sinn, dass wir in den Nachbarlandkreis ausrücken“, sagte Schwarzenbeks Wehrführer Thorsten Bettin. „Wir sind auf solche Einsätze vorbereitet. Es gab schon Übungen, und wir sind in der Lage, bei einer Großschadenslage mitzuarbeiten“, erklärte Ratzeburgs Feuerwehrchef Christian Nimtz.

Es wird ein heißer Ritt für die Lauenburgischen Feuerwehrleute. Das Gebiet ist extrem mit Weltkriegsmunition belastet, fast im Minutentakt sind Explosionen zu hören. Unter der Hitze des Feuers detonieren die Granaten, die im Boden stecken. Einst hatte die Marine hier ihr Munitions-Hauptlager, das 1945 gesprengt wurde. Dabei war die Munition aber nicht vollständig explodiert. Untersuchungen ergaben, dass je Hektar gut 45 Tonnen Munition im Boden stecken. Die Brandfläche umfasst aktuell mehr als 700 Hektar, der frühere Truppenübungsplatz erstreckt sich über 6000 Hektar.

48 Stunden Einsatz der Feuerwehrleute geplant

Die Feuerwehren vor Ort haben vor allem Bedarf an Wassertransporteinheiten, um die Löscharbeiten sicherzustellen. Die Löschfahrzeuge aus dem Kreis transportieren zusammen 50.000 Liter Wasser, geplant ist der Einsatz für bis zu 48 Stunden. Dann soll es eine Ablösung durch eine andere Feuerwehrbereitschaft aus Schleswig-Holstein geben.

Landesbrandmeister Frank Homrich dankt den überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften für die Bereitschaft, bei den Nachbarn zu helfen. „Das zeigt, dass wir eine große Feuerwehrfamilie sind, die vor keiner Grenze halt macht“, so Homrich. Ein besonderes Dankeschön richtet er an die Familien und Arbeitgeber. Für die Versorgung der Feuerwehrbereitschaft sind eine Logistikeinheit sowie ein Notfall-Krankentransportwagen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg dabei.

Am Montagabend war wegen der ständig drehenden Winde Volzrade als vierter Ort vorsorglich geräumt worden. Zuvor waren schon Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs evakuiert worden. Nach Angaben eines Sprechers sind damit rund 780 Menschen von Evakuierungen betroffen. Wie lange sie noch in Notunterkünften oder bei Verwandten ausharren müssen, war noch unklar.

Feuerwehr will nun „auf Angriff“ übergehen

Am Dienstag schöpften die Verantwortlichen Zuversicht, das Feuer unter Kontrolle bringen und schließlich löschen zu können. „Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über“, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg. Dabei setzen die Löschkräfte auf massive Hilfe der Bundeswehr, die mit schwerer Technik anrückte und sichere Wege in das stark mit Munition belastete Brandgebiet öffnen soll. „Ziel ist es, bis Mittwochmorgen so viele Schneisen zu schaffen, dass die Einsatzleitung der Feuerwehr entscheiden kann, wie und wo ihre Kräfte eingesetzt werden“, sagte Brigadegeneral Gerd Kropf.

Zudem wurde am Dienstag die Zahl der eingesetzten Löschhubschrauber von vier auf sechs erhöht.