Gebäudereinigung

Reinigung muss neu ausgeschrieben werden

500.000 Euro gibt die Stadt jährlich für die Gebäudereinigung aus. Die Dienstleistung wird neu ausgeschrieben.

500.000 Euro gibt die Stadt jährlich für die Gebäudereinigung aus. Die Dienstleistung wird neu ausgeschrieben.

Foto: Jens Büttner / dpa

Lauenburg. Seit 2006 reinigt ein externes Unternehmen die kommunalen Gebäude in Lauenburg. Die Qualität ist nicht immer zufriedenstellend.

Lauenburg.  Für die Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand gelten strenge rechtliche Grundlagen. Bei höheren Auftragswerten ist etwa eine öffentliche Ausschreibung zwingend. Kommunen geben Steuergeld aus, haben die Pflicht, den vorhandenen Markt zu erkunden, auch kleinere und mittlere Unternehmen zu berücksichtigen. Für Firmen, die dauerhaft Aufgaben wahrnehmen, heißt das: Immer wieder müssen sie sich gegen Mitbewerber behaupten. So muss jetzt Lauenburg die Reinigung öffentlicher Gebäude neu ausschreiben.

500.000 Euro kostet die Reinigung jährlich

„Zuletzt ist dies 2010 erfolgt. Damit sind wir eigentlich schon jenseits dessen, was zu verantworten ist“, sagt Reinhard Nieberg, Leiter des Stadtentwicklungsamtes. 14 Liegenschaften reinigt die derzeit verpflichtete Firma in Lauenburg, insgesamt etwa 26.000 Quadratmeter. Die Albinus-Gemeinschaftsschule nimmt mit 13.500 Quadratmeter den größten Anteil ein, hinzu kommen die Sporthallen am Hasenberg.

Die öffentliche WC-Anlage an der Alten Wache ist mit 40 Quadratmetern die kleinste Fläche. Gereinigt werden auch Weingartenschule, Bücherei, das Katastrophenschutzzentrum, der Nachbarschaftstreff ToM, das Schloss und die übrigen Verwaltungsgebäude, die zum Ensemble gehören, Jugendzentrum und Elbschifffahrtsmuseum sowie einige mehr. Nieberg: „Die Intervalle sind verschieden, je nachdem, wie intensiv die Nutzung ist.“ Unterschieden werde zwischen regelmäßiger Unterhaltsreinigung und der Grundreinigung, die in längeren Abständen erfolge.

500.000 Euro gibt die Stadt jährlich für diese Dienstleistung aus. „Es gibt immer mal wieder Beschwerden, dass die Reinigung nicht ausreicht und man mehr möchte, aktuell gerade bei der Fensterreinigung“, sagt der Amtsleiter. Doch das sei eine Frage des Geldes. Mit der anstehenden Neuausschreibung müsse auch darüber verhandelt werden, was die Stadt sich leisten wolle und könne.

Externes Reinigungsunternehmen seit 2006

Früher hatte die Verwaltung eigenes Reinigungspersonal. Doch 2003 wurde nach heftiger Debatte beschlossen, diese Stellen zu streichen und die Arbeiten extern zu vergeben. Es vergingen drei Jahre, bis der Beschluss umgesetzt war. Für Nieberg die richtige Entscheidung: „Auch heute noch ist es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten günstiger, wenn externe Firmen die Reinigung übernehmen. Das haben wir nachgerechnet.“ Der Aufwand sei hoch, man müsse Urlaubs- und Krankheitsvertretungen organisieren, bei Abendveranstaltungen flexibel reagieren. Personal ist dafür schwer zu finden. Nieberg: „Selbst wenn eine andere Firma die Arbeiten übernimmt, rechnen wir damit, dass sie dieselben Leute wie der bisherige Auftragnehmer beschäftigen wird.“

Die Ausschreibung ist so kompliziert, dass die Stadt sich auch dafür externe Hilfe sucht. Im Nachtragshaushalt stehen 12.000 Euro für ein Büro, das auf dieses Verfahren spezialisiert ist. Der Amtsleiter rechnet damit, dass frühesten nach den Schulferien 2020 ein Wechsel erfolgen könnte.

„Die Bandbreite reicht von Getto bis Kurort“

„Erstmal muss jetzt unser Nachtragshaushalt genehmigt werden, dann suchen wir ein Büro für die Ausschreibung.“ Erst anschließend werde man darüber diskutieren, wo künftig wie viel geputzt wird. Nieberg: „Das bewegt sich auf der Bandbreite zwischen Getto und Kurort.“