SPD-Antrag angenommen

Will Lauenburg den Klimanotstand ausrufen?

Immer mehr Städte in Deutschland rufen den Klimanotstand aus.

Immer mehr Städte in Deutschland rufen den Klimanotstand aus.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Lauenburg. Einstimmig haben die Stadtvertreter einen SPD-Antrag angenommen: Es soll eine Einwohnerversammlung zum Thema Klimanotstand geben.

Lauenburg.  Lübeck, Kiel und viele andere Städte in Deutschland haben den Klimanotstand schon ausgerufen, jüngst auch Mölln. Soll Lauenburg ihnen folgen? Oder handelt es sich nur um eine Modeerscheinung, die wieder verschwinden wird – und ohne Folgen bleibt? Darüber haben am Mittwoch Abend die Stadtvertreter gestritten.

Grundlage war ein Antrag der SPD-Fraktion, den Immo Braune vorgelegt hatte. Er schlug vor, in absehbarer Zeit zu einer Einwohnerversammlung einzuladen, auf der das Thema erörter werden solle. „Ziel soll zum einen sein, über den Klimawandel in Bezug auf Lauenburg zu informieren, zum anderen, zu diskutieren, ob und in welchem Umfang es sinnvoll ist, in Lauenburg den sogenannten Klimanotstand auszurufen“, so Braune. Die Ergebnisse der Versammlung könnten dann Basis für die Ausrufung des Klimanotstandes sein.

Gerade Lauenburg ist vom Klimawandel betroffen


„Gerade die Stadt Lauenburg ist durch den Klimawandel extrem betroffen“, sagte Martin Scharnweber. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion trug den Antrag für den abwesenden Immo Braune vor. Christian Stockfisch (CDU) störte sich an dem Begriff „Klimanotstand“. „Aber wir begrüßen, dass man sich dieses Themas annimmt“. Eigentlich gehe es dabei um die klimaneutrale Stadt – man müsse sehen, wie Lauenburg das selbst gesetzte Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, früher erreichen könne. „da geht es auch darum, was unsere stadteigenen Betriebe machen“, so Stockfisch.

Das Problem sei doch erkannt, die Stadt habe darauf bereits mit ihrem Klimaschutzkonzept und der Einstellung eines Klimaschutzmanagers reagiert, meinte Niclas Fischer von der Wählergemeinschaft Lauenburg (LWG). Die Ausrufung des Klimanotstandes erinnere ihn an die 80er-Jahre, als Kommunen sich reihenweise zu „atomwaffenfreien Zonen“ erklärten. „Aber warum nicht?“, so Fischer. Erst einmal solle man jedoch eine Einwohnerversammlung einberufen.

„Es gibt wirklich eine Bedrohung“


Glücklich mit dem Begriff „Klimanotstand“ sei er auch nicht, räumte Scharnweber ein. „Aber er regt zur Diskussion an.“ Brika Üffink von den Grünen dagegen betonte, dass das Wort angemessen sei. „Es gibt wirklich eine Bedrohung. Es zeigt, dass wir uns mehr anstrengen müssen müssen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Und die Bewegung „Fridays for Future“ gebe es ja gerade, weil alle Bemühungen bisher nicht ausreichten. „Wir haben auch einen Artennotstand“, so Üffink weiter.

„Das ist eine Bewegung, die man absolut ernst nehmen muss. Wir wissen seit 50 Jahren, seit dem Club of Rome, von diesem Problem. Dass dann eine Generation aufsteht, kann ich gut verstehen“, sagte Christian Stockfisch. Er halte zwar die Ausrufungen des Klimanotstandes für einen Hype, könne aber damit leben, wenn man es als Schlagwort verwenden wolle.

Uwe Frensel (SPD) schlug vor, diese „Greta-Thunberg-Diskussion“ zu beenden: „Wir machen die Einwohnerversammlung, informieren unsere Bürger und die Lauenburger können vor allem äußern, wo sie der Schuh drückt. Danach können wir überlegen, was wir machen“. So soll es sein: Einstimmig nahmen die Stadtvertreter den Antrag der SPD an.