Testbetrieb

Autonomer Bus dreht hier bald seine Runden

Das sind die drei Strecken des automatisierten Busses: 1. Amtsplatzrunde (lila), 2. Fürstengartenrunde (grün), 3. Altstadtrunde (rot).  

Das sind die drei Strecken des automatisierten Busses: 1. Amtsplatzrunde (lila), 2. Fürstengartenrunde (grün), 3. Altstadtrunde (rot).  

Foto: Elke Richel / BGZ / TUHH

Lauenburg. In wenigen Wochen startet der Testbetrieb des autonomen Busses in Lauenburg. Derzeit läuft eine Umfrage zur Akzeptanz des Projektes.

Lauenburg.  Der automatisierte Bus, der bald in Lauenburg seine Runden dreht, dürfte spätestens jetzt in aller Munde sein: Die technische Universität Hamburg-Harburg hat Flyer und Postkarten drucken und in die Briefkästen der Lauenburger Haushalte stecken lassen. „Wir erhoffen uns einen großen Rücklauf“, sagt Matthias Grote, Koordinator des Projektes Testzentrum für automatisiert fahrende Busse in Kreis Herzogtum Lauenburg (TaBuLa).

„Ich erwarte, dass der Nahverkehr verlässlicher wird“, „Ich erwarte, dass die Fahrpreise günstiger werden“, aber auch „Ich bin besorgt um die Zukunft der Busfahrer“ sind drei der insgesamt zehn Punkte, die auf der Karte stehen. Die Antwortmöglichkeiten reichen von voller Zustimmung bis strikter Ablehnung.

Die Umfrage sorgt derzeit für Diskussionen in der sozialen Netzwerken. „Warum soll ich persönliche Angaben machen?“, fragt jemand in einer Lauenburger Facebookgruppe. So wird unter anderem gefragt, ob der Umfrageteilnehmer berufstätig, im Ruhestand oder arbeitssuchend ist. Außerdem ist ein Kreuz an der jeweiligen Einkommensspanne vorgehen. „Wir können aus den Karten keine Rückschlüsse auf die jeweiligen Personen ziehen. Es geht darum, Zielgruppen für dieses Angebot zu definieren“, stellt Grote klar.

Fahrzeug kommt am 14. Juni erstmals nach Lauenburg

Das Projektteam holt derzeit die letzten Genehmigungen ein. „Mittlerweile haben wir 80 Abstimmungstermine mit insgesamt 50 Akteuren gehabt“, berichtete Grote am Montag vor dem Umweltausschuss für Umwelt, Energiewende und Digitalisieren. Kein Wunder: Gilt doch Lauenburg als Versuchsfeld für die Entwicklung des autonomen Fahrens – insbesondere was die Strecke zwischen Ober- und Unterstadt betrifft.

Diese Herausforderung ist die letzte Phase des Testeinsatzes des Fahrzeuges. Im Spätsommer wird der Bus, mit dem elf Personen fahren können, die sogenannte Amtsplatzrunde zwischen ZOB und Schloss fahren. Die zweite Phase (Fürstengartenrunde) führt vom ZOB kurz auf die B 5 und dann in den Fürstengarten. Wenn das klappt, geht es in Phase drei über den großen Sandberg in die Altstadt und zurück. Ein Parallelbetrieb ist nicht vorgesehen. Zur Sicherheit ist ein geschulter Mitarbeiter der VHH mit an Bord. Erstmalig wird der Bus Mitte Juni in Lauenburg vorgestellt – und zwar so, wie von der französischen Firma Navya geliefert. Ehe der Bus seine Runden dreht, wird er farbig beklebt.

Interessierte sind zu einem Informationsabend am Donnerstag, 13. Juni, 18 Uhr, in die Albinus-Gemeinschaftschule eingeladen. Weitere Informationen gibt es auf der Seite www.TabulaShuttle.de.