Lauenburger Stadtbücherei

Zwischen Schmökerecke und digitalem Medienzentrum

Büchereileiterin Uta Silderhuis setzt mit ihrem Team auf die digitale Zukunft.

Büchereileiterin Uta Silderhuis setzt mit ihrem Team auf die digitale Zukunft.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Lauenburg. Eine neue Software macht Recherche und Kontenverwaltung von zu Hause aus möglich.

Fast wie ein Büchereibesuch vom heimischen Sofa aus: Per Mausklick können Leser jetzt von zu Hause aus nicht nur den Bestand durchforsten und ihr Benutzerkonto im Auge behalten, sondern selbst auch die Leihfrist verlängern, Vorbestellungen aufgeben und dem Büchereiteam sogar Anschaffungsvorschläge machen. Möglich macht das eine neue Software. „Wir sind die ersten im Kreis, die damit arbeiten“, sagt Lauenburgs Büchereichefin Uta Silderhuis nicht ohne Stolz.

Neue Software kommt aus Neuseeland

„Koha“ heißt das neue Computerprogramm. Der Name leitet sich von dem Māori-Wort „Koha“ ab. In der Kultur der Māori ist das ein Geschenk, bei dem man ein Gegengeschenk erwartet. Warum die neuseeländischen Softwareentwickler auf diesen Namen kamen, bleibt auch nach der Internetrecherche ein Rätsel. Zumindest für Schleswig-Holstein könnte sich eine Herleitung finden lassen: Das Land fördert die Einführung der Software zu 75 Prozent. Lauenburg hat im Haushalt einen Eigenanteil von 2000 Euro eingestellt.

Wer dem Link https://sb-lauenburg.lmscloud.net folgt, kann sich auch dann ein umfassendes Bild über die Lauenburger Stadtbücherei machen, wenn er selbst nicht angemeldet ist. Neben allgemeinen Informationen zur Einrichtung gibt es Veranstaltungshinweise und Buchempfehlungen.

Über die Seite gibt es sogar einen Zugriff auf den Zentralkatalog des Landes. Dieser verzeichnet derzeit rund 2,5 Millionen Nachweise aus den Beständen der über 120 am Leihverkehr teilnehmenden öffentlichen Büchereien in Schleswig-Holstein und wird laufend aktualisiert.

Also nur noch virtuell in den Regalen stöbern und das Bestellte dann am Ausleihtresen abholen? Sieht so die Leihbibliothek der Zukunft aus? „Für Leute mit wenig Zeit ist das eine gute Möglichkeit, schnell an die gewünschte Literatur zu kommen. Der Computer ersetzt aber nicht das Gespräch mit dem Leser. Und auch sonst gibt es ja jede Menge Neues bei uns zu entdecken“, sagt Uta Silderhuis.

Und tatsächlich: Wer einige Zeit nicht in der Bücherei am Weingarten war, wird überrascht über so einige Neuanschaffungen sein. Neben dem Sonic-Chair, in dem die Büchereibesucher per iPad Datenbanken durchsuchen und Video- und Tondokumente unmittelbar aufrufen können, ist eine Spielkabine mit einer Playstation für mehrere Spieler gerade der Renner – besonders bei den ganz jungen Büchereibesuchern. Auch eine neue Anschaffung: Der knallrote Monitor vor der Ausleihtheke, auf dem Leser per Touchscreen erfahren können, welche E-Books über dem Büchereiverbund „Onleihe zwischen den Meeren“, gerade abrufbar sind.

2017 erhielt die Lauenburger Bücherei vom Land einen Zuwendungsbescheid von insgesamt 270.000 Euro als einer von drei sogenannten digitalen Knotenpunkten des Landes. Am Freitag, 1. Februar, 11 Uhr, wird das Projekt „lokal.digital Lauenburg“ mit großem Bahnhof eröffnet. Angesagt haben sich Vertreter der Kreises und des Landes.

„Wir freuen uns, dass wir zeigen können, wie wir die uns anvertrauten Mittel bisher ausgegeben haben“, sagt die Büchereichefin. Doch bei feierlichen Reden wird es an diesem Tag bestimmt nicht bleiben. Alle technischen Neuheiten werden vorgestellt – und dürfen natürlich auch ausprobiert werden.