Lauenburg/Hohnstorf.

Eisberg voraus – bei Lauenburg gesichtet

Wette Geit de Elv oder steit de Elv? – Erst einmal in 26 Jahren war die Elbe zugefroren

Lauenburg/Hohnstorf.  Ist das noch Kunst oder schon der Klimawandel? Vor Lauenburg wurde am Sonntag ein Eisberg gesichtet. Ärgerlich nur, dass die Hohnstorfer darauf sofort ihre Flagge hissten. „So dicht war die Hohnstorfer Flagge noch nie am Lauenburger Rathaus“, stellte auch Bürgermeister André Feit zufrieden fest.

Und überhaupt. In Hohnstorf herrsche Seerecht, alles, was zu sehen sei, würde den Hohnstorfern gehören. Naja, schränkte der Bürgermeister der kleinen Gemeinde am südlichen Elbufer ein, auf das Lauenburger Hochhaus würde man verzichten.

Launig wie eh und je wurde die traditionelle Eiswette, die besondere Art eines Neujahrsempfangs, in Hohnstorf begangen. Zum 26. mal bereits. Und diesmal ruderte Feit auch ein Stück weit zurück. Beim Lauenburger „Wienhöker“ entschuldigte er sich ausdrücklich, dem hatte er vor einem Jahr angedichtet hatte, den baulichen Fortschritt in Lauenburg zu boykottieren. Aber, so Feit jetzt, der Weinhändler sei nur Mieter und nicht Eigentümer der Marktpassage, die der Immobilie im Wege stehe.

Schließlich trieb der markante Eisberg vor Lauenburgs Altstadtkulisse vorbei. An Bord die Wettpaten Eckart Panz und Thomas Lohmann – die die Auflösung der Eiswette, „ob de Elb geit oder steit“, verkünden sollten. „Wir haben ja ein besonders trockenes Jahr hinter uns, wir hatten schon nach einem anderen Motto gesucht, löppt da noch Water oder is nu allns dröge zum Beispiel“, berichtete Lohmann. Bei allem Blicken durch die Fernrohre blieb es auf dem Fluss eisfrei, bis auf den Eisberg. Den hatte Panz auf ein altes Motorboot gezimmert. „Darauf kann man sogar Ski fahren, darum beneiden uns unsere nördlichen Nachbarn“, gab er einen Seitenhieb rüber über die Elbe. Er freue sich aber über das Eis, so der Elbfischer, damit könne er seinen Fang kühlen. „Hoffentlich ist bald mal wieder heimisches Eis da“, meinte Lohmann.

Nach all dem Klamauk am Fährbuhnen trafen sich die Gäste der Eiswette noch zum gemeinsamen Essen. Erst einmal in der Geschichte war die Elbe zur Eiswette tatsächlich zugefroren – 1997.