Büchen.

Schwerstkranken Kindern gilt seine Liebe

Förderverein Peter Schmid zieht sich nach 20 Jahren aus dem Vorstand zurück

Büchen.  Seit 20 Jahren hilft der Förderverein „Unterstützung schwerstkranker und behinderter Kinder“ e.V. vielen Familien des Kreises Herzogtum Lauenburg in ihrer allergrößten Not. Weil die Kinder plötzlich oder seit längerer Zeit schwer krank sind, umfangreiche lebensrettende Therapien benötigen, ist die Hilfe des Vereins vonnöten, denn nicht alles bezahlen die Krankenkassen. Schnell kommt zu der großen Angst um das Leben der Kinder dann die existenzbedrohende, finanzielle Not hinzu. Seit zwei Jahrzehnten hilft der Förderverein deshalb mit Sach- und Geldspenden beispielsweise für Spezialfahrräder, mit Tankgutscheinen, Fahrten zu den medizinischen Einrichtungen und Kommunikationsgeräten.

Jetzt braucht der Verein selbst große Unterstützung. „Nach 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit möchte der Vorstand nun in den wohlverdienten ,Ruhestand’ treten“, sagt Peter Schmid (78), der den Verein gründete und ihn von Anfang an leitet. Zur nächsten Jahresversammlung am 20. März wird der gesamte Vorstand zurücktreten. Ein neuer Vorstand wird gewählt werden, damit die Arbeit des Vereins weitergehen kann. Gesucht werden Menschen mit viel Empathie, Klugheit und Engagement, die als 1. und 2. Vorsitzender oder als Beisitzer tätig sein möchten. Glücklicherweise gibt es für die Posten des Kassenwartes, Pressewartes und des Schriftführers schon Interessenten. Darüber ist Peter Schmid sehr froh.

„Das Lebenswerk des Vereines muss weitergehen, denn man glaubt gar nicht, wie viele Familien betroffen sind und wie groß ihre Not ist“, sagt Peter Schmid. Deshalb arbeitet er mit Hochdruck und fast pausenlos für sie, manchmal sogar fast bis zur Erschöpfung. Aktuell sind es 20 Familien, die der Verein unterstützt. Viele der Kinder haben Tumore, Gendefekte oder ertragen geistige oder schwere körperliche Behinderungen. Obwohl Peter Schmid bald nicht mehr Vorsitzender ist, wird er weiter für den Verein da sein, dem neuen Vorstand mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Sein Einsatz kommt nicht von ungefähr, denn er weiß aus eigenem Erleben, wie leidvoll es ist, ein krankes Kind zu haben und wie schnell Betroffene zudem auch noch in höchste finanzielle Not geraten können. 1986 erkrankte Schmids Tochter an Leukämie und starb ein Jahr später an den Folgen. Das Mädchen bei den Therapien nicht allein zu lassen, es zu begleiten und ihm zusätzliche Hilfe zu ermöglichen, gleichzeitig die Geschwister in gute Hände zu geben – all das stürzte ihn trotz einer guten Anstellung in große Not. Sein Schicksalsschlag bewog ihn zur Gründung des Vereins im Jahr 1998. Seitdem hat der Verein fast zwei Millionen Euro an Hilfsgeldern für betroffene Familien aufgebracht. Dazu trugen die 270 Mitglieder mit ihren jährlichen Beitrag von jeweils zwölf Euro bei. Den Hauptteil tragen aber die Spender.

Wer sich über den Verein informieren möchte, findet auf seiner Internetseite www.rz-foerderverein.de viele Informationen wie Berichte über bisherige Hilfsaktionen und über betroffene Kinder. Menschen, die das Anliegen des Vereins teilen und im neuen Vorstand mitarbeiten möchten, können sich an den 1. Vorsitzenden Peter Schmid, Telefon (0 41 55) 56 68, oder an die 2. Vorsitzende Marianne Wandschneider, Telefon (0 41 55) 21 72, wenden.