Lauenburg.

Auch an den Festtagen im Einsatz

„Weihnachtsarbeiter“  Bürgervorsteher und Bürgermeister sagen Danke

Lauenburg.  Ausschlafen, Zeit für die Familie und für gutes Essen haben – so sieht Weihnachten nicht für alle Menschen aus. Viele sind auch an den Feiertagen im Dienst, schließlich müssen Polizei und Rettungswache besetzt sein, Senioren brauchen Betreuung, Busse fahren. Diese „Weihnachtsarbeiter“ haben jetzt von Bürgermeister Andreas Thiede und Bürgervorsteher Wilhelm Bischoff Besuch – und ein dickes Dankeschön – bekommen. Feuerwehr, Polizei, DRLG, Askanierhaus, das Wohn- und Servicezentrum der Arbeiterwohlfahrt, Bauhof und ZOB standen auf der Liste.

„Viele unserer 47 Bewohner haben sich Kartoffelsalat und Würstchen gewünscht“, erzählte Silvia Hennig, Leiterin des Awo-Wohn- und Servicecenters. Doch fertiger Kartoffelsalat kommt bei Mitarbeiterin Anke Kost nicht auf den Tisch. „Das geht für die Bewohner in meiner Wohneinheit nicht. Ich werde zu Hause selbst Kartoffelsalat machen und ihn am Heiligabendbend mitbringen“, hat sie entschieden. Silvia Hennig freut sich über dieses Engagement: „Alle unsere Mitarbeiter sind mit viel Herzblut bei der Sache. Das trägt sehr dazu bei, dass sich unsere Bewohner fast wie in einer Familie aufgenommen fühlen.“.

Auch Jens Rummelhagen steht Heiligabend in der Küche. Doch den Weihnachtsbraten bereitet er nicht für seine Familie vor, sondern für sechs Kollegen, mit denen er am 24. Dezember in der DLRG-Rettungswache Dienst verrichtet. Der 44-Jährige ist Leiter für den Rettungsdienst und weiß, dass die Zeit zwischen den Einsätzen wichtig ist, um das Zusammengehörigkeitsgefühl des Teams zu stärken.

Gute Gespräche und ein leckeres Essen helfen den DLRG-Rettern, ihre Erlebnisse besser zu verkraften. Denn immer wieder sehen sie große Not. Gerade wenn sie zu Notfällen gerufen werden, bei denen Kinder betroffen sind, wird ihre Belastbarkeit auf eine harte Probe gestellt. Ob sein Weihnachtsessen in Ruhe genossen werden kann, weiß Jens Rummelhagen vorher nicht. „Wenn der Alarm losgeht, ist der leckerste Braten unwichtig.“

Der Heiligabend sei meistens noch relativ ruhig, erzählt Rettungsassistent Edwin Sahl. „Dafür geht es in den Morgenstunden nach der Silvesternacht schon lebhafter zu. Etliche bemerken erst am Morgen, dass sie Probleme durch den genossenen Alkohol bekommen. Oder sie haben sich mit Silvesterböllern verletzt.“

Es gibt aber auch Einsätze mit gutem Ende, an die sich das DLRG-Team gern erinnert. So wie der Notruf einer Schwangeren, die ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das Baby, ein gesunder Junge, hatte es mächtig eilig und kam im Rettungswagen zur Welt. Für die DLRG-Retter ist Geburtshilfe kein Problem – zu ihrer Ausbildung gehört auch der Einsatz im Kreißsaal. „Eine Geburt ist ein faszinierendes Erlebnis. Leider haben wir nie wieder etwas von der Mutter gehört“, bedauert Jens Rummelhagen.