Planung

Bahnhof Lauenburg: Dieselloks aufs Abstellgleis

Ab 2022 sollen am Lauenburger Bahnhof nur noch Züge mit E-Antrieb verkehren.

Ab 2022 sollen am Lauenburger Bahnhof nur noch Züge mit E-Antrieb verkehren.

Foto: Timo Jann

Lauenburg. Auf der Bahnstrecke Lüneburg-Lübeck sollen ab 2022 nur noch Züge mit E-Antrieb fahren.

In der vergangenen Woche hat der Bund die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lüneburg-Lübeck aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen (wir berichteten). Trotzdem werden – läuft alles wie geplant – die umweltbelastenden Dieselloks bis 2022 im Personenverkehr auf dieser Strecke abgelöst. „Derzeit laufen die Ausschreibungen. Ende des Jahres wissen wir, ob wir batteriebetriebene Triebfahrzeuge oder welche mit Wasserstoffantrieb einsetzen werden“, sagt Bernhard Wewers, Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein (Nah.SH).

Dieselloks sind Dreckschleudern

Dieselloks blasen in Deutschland jährlich 12.000 Tonnen Stickoxid in die Luft und sind für rund ein Viertel der Feinstaubemissionen des Verkehrs verantwortlich. Diese Zahlen hat das Umweltbundesamt im Juni dieses Jahres veröffentlicht. Auch die Bahnstationen von Lauenburg und Büchen liegen an der Strecke zwischen Lüneburg und Lübeck. „Emissionsärmere Loks entsprechen unseren verabschiedeten Klimaschutzzielen. Gut, dass wir das auch ohne Oberleitungen hinbekommen“, freut sich Büchens Bürgermeister Uwe Möller. Gegen das 2015 vom damaligen Umweltminister Reinhard Meyer (SPD) eingereichte Projekt des „stufenweisen Ausbaus der Bahnstrecke Lübeck-Lüneburg“ hatte sich in der Region Widerstand geregt: Man befürchtete grünes Licht für noch mehr Güterverkehr. Schon jetzt haben Anwohner in der Nähe des Bahnhofes Büchen mit den Auswirkungen des Bahnlärms zu kämpfen. Auch zu diesem Thema hat der Chef der Nahverkehrsgesellschaft eine gute Nachricht: „Bei den Loks, die wir ab 2022 einsetzen, arbeiten die Motoren nahezu lärmfrei. Die Schienengeräusche bleiben natürlich“, sagt Wewers.

Nah.SH will Mängel angehen

Mit Bahnlärm haben die Lauenburger weniger zu kämpfen. Aber dass die neuen Triebwagen umweltfreundlicher sein werden, ist ganz im Sinne der Stadt. „Wir haben uns ja den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben. Daher kommen uns die Pläne sehr entgegen“, freut sich Christian Asboe aus dem Stadtentwicklungsamt.

Pendler, die täglich auf der Bahnstrecke Lüneburg-Lübeck unterwegs sind, werden dieses Jahr in schlechter Erinnerung behalten: Züge waren teilweise derart überfüllt, dass Fahrgäste an vielen Stationen nicht mehr zusteigen konnten. „Auch bei uns kamen Beschwerden an. Eigentlich reichen die Kapazitäten aus. Das Problem war nur, dass DB Regio einige Züge nur als einzelnen Triebwagen fahren ließ, obwohl das anders verabredet war“, ärgert sich Wewers.

Auch in Sachen Pünktlichkeit machten sich die Fahrgäste in diesem Jahr bei der Nahverkehrsgesellschaft Luft. „Ganz schlimm war es im August. Da waren nur 64 Prozent aller Züge auf der Strecke pünktlich. Schuld waren Schäden an den Schienen zwischen Mölln und Büchen, die behoben werden mussten“, so der Geschäftsführer. Ziel müsse es sein, dass mindestens 95 Prozent der Züge laut Fahrplan abfahren und ankommen. Zahlen zur Pünktlichkeit veröffentlicht die Nahverkehrsgesellschaft monatlich auf der Seite www.nah.sh.