Lauenburg.

Ringelschwänze „zierten“ die Jacke des Lehrers

Klassentreffen nach 65 Jahren – Auch Lehrer Günter Schwirz (93) ist dabei

Lauenburg.  Zwei 83-jährige „Lausbuben“ schwelten in Erinnerungen. Ihre Streiche liegen schon gut 65 Jahre zurück und waren Thema beim Klassentreffen der Abgangsschüler des Jahrgangs 1953.

15 ehemalige Schüler hörten amüsiert zu, als Horst Eggert seinen Freund und damaligen Klassenkameraden Klaus Elvers fragte: „Weißt Du noch, als ich damals beim Schlachten zwei Schweineschwänze stibitzt habe?“ Klaus Elvers erinnerte sich genau. Der kleine Horst hatte damals die Ringelschwänze vom Anwesen seiner Großeltern mitgehen lassen. In seiner Tasche sicher verwahrt, schmuggelte er sie in die Mittelschule in der Albinus-Straße. Dort kam dann sein Freund Klaus ins Spiel, der Schmiere stand, als Horst die Schwänze an der Jacke eines Lehrers befestigte.

Der habe anfangs gar nichts bemerkt. Seine Kollegen machten ihn dann aber auf die „Zierde“ an seiner Jacke aufmerksam. „Wir haben alle dichtgehalten und so konnte der Übeltäter nicht festgestellt werden. Eine Bestrafung gab es nicht. Auch die Lehrer mussten sich das Lachen verkneifen“, erzählte Eggert.

Vielleicht lag das Verständnis für die Jugend daran, dass viele der Lehrkräfte kaum älter waren als ihre Schüler. Im Zweiten Weltkrieg waren viele Lehrer gefallen. Die Schulen waren hoffnungslos unterbesetzt. Eine Alternative war der Einsatz von ehemaligen Offizieren, die mit einem Schnellstudium den Schulbetrieb wieder aufbauen sollten.

So kam auch der heute 93-jährige Günter Schwirz an die Schule und unterrichtete die Abgangsschüler ein Jahr lang. Gerade mal zehn Jahre älter als seine ehemaligen Schüler konnte er zur Freude aller an dem Klassentreffen zum 65. Schulabschluss teilnehmen. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn in unserem Alter der Lehrer beim Klassentreffen dabei ist“, sagt Horst Eggert.

Die Ehemaligen kamen aus der ganzen Region: Büchen, Lütau, Geesthacht, Schnakenbek und auch diejenigen aus Niedersachsen hatten keine Probleme, nach Lauenburg zu kommen. Das war nach der Sprengung der Elbbrücke am Ende des Krieges nicht immer möglich. Zwar gab es eine Fähre nach Lauenburg, aber: „Die Elbe fror häufig im Winter zu. Bei Treibeis fuhr die Fähre nicht. Unsere Klassenkameraden von der anderen Seite der Elbe hatten dann keine Chance die Schule zu erreichen“, erinnert sich Horst Eggert.