Schnakenbek.

In Schnakenbek regieren die Narren

Bürgermeister muss sich „ergeben“

Schnakenbek.  Karola I. Jensen und Hans-Joachim „Moses“ Faust regieren jetzt in Schnakenbek: Der Schnakenbeker Carnevalsverein (SCV) von 1990 hat gestern ab
11.11 Uhr den symbolischen Schlüssel des Gemeindehauses erobert und mit dem Prinzenpaar auch endlich wieder angemessene Regenten. Zuletzt hatten sich keine Interessierten an dem Amt gefunden. Luca I. zum II. Mittag und Magdalena I. Fichtner bilden das Jugendprinzenpaar des Vereins.

Unter großem Gejohle der Besucher hatte Karl-Heinz Faust, Vorsitzender des Vereins, das neue Prinzenpaar bekanntgegeben. Nachdem die Sessions-Orden verliehen waren, ging es an die Erstürmung des Nachbaus der Ertheneburg. Mit Bonbons und anderen Süßigkeiten verteidigten sich die Bürgermeister Christian Pehmöller (Schnakenbek) und Andreas Thiede (Lauenburg) zusammen mit den örtlichen Gemeindevertretern. „Wenn der Amtsbruder ruft und es gilt die Burg zu verteidigen, bin ich dabei“, sagte Thiede. Pehmöller und seine Mitstreiter wehrten drei Angriffswellen aus der Konfettikanone und des elften Regiments ab – dann mussten sie sich ergeben. Doch den Schlüssel hatte Pehmöller unter der Jacke versteckt und sich selbst hinter anderen Politikern geduckt, um der Festnahme zu entgehen. Allerdings ohne Erfolg.

Die fünfte Jahreszeit wird in Schnakenbek und Lauenburg in den kommenden Monaten gebührend gefeiert. Heute steht der Schlussbesuch bei Thiede an, außerdem gibt es Treffen mit den befreundeten Karnevalsvereinen aus Lübeck und Rendsburg.

Carnevalstradition seit den 1980er-Jahren

Unter dem Motto „Es gackert das Huhn, es meckern die Ziegen, wenn beim SCV die Federn fliegen“ gibt es dann am 26. Januar und 2. Februar in der Lauenburger Osterwold-Halle an der Elbstraße zwei öffentliche Karnevalssitzungen mit Büttenreden, Tanzgarden und Männerballett. Los geht es jeweils um 20.11 Uhr. „Es ist ein Highlight, wenn ihr bei uns in der Bütt steht. Das hat eine Präsenz, die kennt man sonst nur aus Köln“, sagte Karl-Heinz Faust.

Er war als Quereinsteiger zum Narren geworden. „Karneval ist einfach toll, weil es etwas für alle Generationen ist. Bei uns sind vom Urgroßvater bis zum Enkel alle zusammen aktiv“, berichtet Faust. Das habe seinen ganz besonderen Reiz.

Begonnen hatte es in Schnakenbek in den 1980er- Jahren auf Initiative eines in den Ort gezogenen Rheinländers. Aus Spaß bildete sich ein Männerballett, daraus ging dann 1990 der SCV mit dem Schlachtruf „Dem Schnakenbeker Carnevalsverein ein dreifach Alaaf“ hervor.

Am 17. Februar startet am Heidelbeerhof am Krüzener Weg der traditionelle Karnevalsumzug, der durch Schnakenbek führt.