Lauenburg

Ein Leben für die Kampfkunst

Jubiläum  Seit 60 Jahren lehrt Joachim Jenkel-Peters auf den Matten dieser Welt

Lauenburg.  Für Joachim Jenkel-Peters ist Kampfsport ein wichtiger Bestandteil seines Lebens – und das von frühester Jugend an. „Ich war zehn, da begann ich zu boxen. Fünf Jahre später war Judo für mich das Größte. Vor allem, weil ich dabei erste Erfolge verbuchen konnte“, erzählt er.

Sein 60-jähriges Mattenjubiläum begeht das Lauenburger Urgestein so, wie es sich für einen Kampfsportler gehört: mit einem großen internationalen Lehrgang. An diesem Wochenende geben sich in der Hasenbergsporthalle Großmeister und Meister aus ganz Europa die Ehre. Los geht es am Sonnabend (13 Uhr) mit einer Budo-Show. Budo ist der Oberbegriff aller japanischen Kampfkünste. Am Sonntag geben die Trainer zwischen 10 und 14 Uhr einen Einblick in ihr Können.

Sein Einstieg in die Kampfkunst vor 60 Jahren ist übrigens nicht der einzige Grund, weshalb Joachim Jenkel-Peters das sportliche Großereignis nach Lauenburg geholt hat. Sein persönliches Jubiläum fällt nämlich mit dem des Kampfsportvereins Nippon zusammen. Vor 40 Jahren gründete Hans-Jürgen Zaddach die Lauenburger Schmiede erfolgreicher Kämpfer. Sieben Jahre später stieß Joachim Jenkel-Peters als Trainer dazu.

Schon nach wenigen Monaten trugen seine zahlreichen nationalen und internationalen Kontakte dazu bei, dass namhafte Trainer zu Nippon kamen, mit denen Großveranstaltungen für asiatische Kampfsportarten angeboten werden konnten. Offene deutsche Meisterschaften, eine Europameisterschaft und ein Weltcup waren einige der Höhepunkte des Vereins. Jenkel-Peters baute in dieser Zeit seine Kontakte weiter aus, war Bundesvorsitzender der Fachsparte Jiu-Jitsu im Deutschen Judobund, Mitbegründer der Jiu-Jitsu-Union, deutscher Vertreter in der World Kobudo Federation und konnte dadurch auch weltweit als Trainer aktiv sein.

2005 erhielt er den höchsten japanischen Meistergrad

Inzwischen besitzt der Lauenburger Großmeister Meistergrade der unterschiedlichsten Kampfsportarten und Stilrichtungen, unter anderem im Jiu-Jitsu, im amerikanischen Aiki Jitsu, in Judo und Kobudo.

Auch mit 70 Jahren kann Joachim Jenkel-Peters Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom Kampfsport begeistern – und das nicht nur in Deutschland. „Ich habe bisher in 119 Ländern Trainingseinheiten gegeben und Kurse geleitet“, erzählt er. Seine Schützlinge sind Sportler, aber auch Polizisten, Bodyguards und Spezialkräfte des Militärs. Allen widmet sich der Lauenburger mit der gleichen Intensität.

„Schaut über den Tellerrand und interessiert euch für neue Techniken“, empfiehlt er seinen Schützlingen. Den gleichen Rat gibt er auch Lehrern, die Kampfkunst unterrichten: „Ein guter Trainer sollte offen für neue Stilrichtungen sein. Nur wer auf Trends reagiert, kann langfristig die jungen Sportler begeistern“, ist er überzeugt. Im Laufe der Jahre hat Joachim Jenkel-Peters sogar eine eigene Stilrichtung entwickelt, eine Mischung verschiedener japanischer Techniken. Belohnt wurde sein Engagement 2005 mit dem höchsten japanischen Titel „Soke“.