Gebühren

Lauenburg hat jetzt Parkautomaten

Foto: Karin Lohmeier / BGZ/Karin Lohmeier

Lauenburg. Ab dem 1. November müssen Lauenburgs Besucher auf dem Lösch- und Ladeplatz sowie dem Borkeplatz Parkgebühren bezahlen.

Lauenburg.  Lange wollten die Politiker sich mit diesem Thema nicht beschäftigen: Parkgebühren in Lauenburg wollte eigentlich niemand. Doch der Konsolidierungsvertrag mit dem Land zwingt die Stadt dazu, mögliche Einnahmequellen auszuschöpfen. Nach fast zweijährigen Überlegungen und Diskussionen fiel im Januar der Beschluss. Und jetzt stehen die Parkautomaten.

Ronald Westphal und Thomas Gläsener von der Berliner Firma Stadtraum GmbH installierten gestern auf dem Borkeplatz an der Jugendherberge Zündholzfabrik sowie auf dem kleinen Parkplatz vor der Hitzler-Werft jeweils einen Automaten, auf dem Lösch- und Ladeplatz zudem deren zwei. Kosten: etwa 26 000 Euro. Im übrigen Lauenburger Stadtgebiet, so der Beschluss, soll das Parken weiterhin kostenfrei bleiben. Und: Anwohner der Altstadt sind von den Gebühren ausgenommen.

1 Euro je angefangener Stunde, 4 Euro pro Tag

1 Euro je angefangener Stunde oder 4 Euro pro Tag werden künftig auf den drei Parkplätzen fällig. Insgesamt 175 Stellplätze stehen zur Verfügung, sie sollen von 8 bis
20 Uhr bewirtschaftet werden. Die Verwaltung geht von einer durchschnittlichen Auslastung von 56 Prozent aus. Einnahmen von 30 000 Euro jährlich sollen die Parkgebühren der Stadt bescheren – so steht es im Konsolidierungsvertrag.

Die Automaten der Stadtraum GmbH stehen an vielen Orten in Schleswig-Holstein, darunter Timmendorfer Strand und Heiligenhafen. „Die Baugruppen lassen sich leicht austauschen, so kann eine Reparatur auch von jemand anderem vorgenommen werden“, sagt Firmenchef Ronald Westphal. Das Gehäuse ist zweiteilig, damit bei einem Aufbruch nicht die gesamte Säule ausgetauscht werden muss. „Und das Geldfach ist extrem schwer aufzuhebeln, dahinter befindet sich ein Tresor“, sagt Westphal.

Ein Elektriker muss die Automaten noch anschließen. Starten soll die Parkraumbewirtschaftung am 1. November. Für die Überwachung hat die Stadt eine weitere Politesse eingestellt. Das kostet zwar 18 000 Euro jährlich. Doch im Bau- und Planungsausschuss herrschte Einigkeit darüber, dass man besser kontrollieren wolle, ob Rettungswege und Feuerwehreinfahrten freigehalten werden. „Das Team der städtischen Überwachungskräfte wird nun ein besonderes Augenmerk auf die vielfach beklagte Situation in der Altstadt haben“, sagt Reinhard Nieberg, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung.

Automaten müssen die richtige Farbe haben

Im Zuge der Maßnahme wird in der Altstadt das ausschließliche Anwohnerparken eingeführt. Nur Anwohner erhalten in der Stadtverwaltung kostenlos einen Ausweis, mit dem sie ihr Auto an den Straßen und auf dem Kirchplatz abstellen dürfen. Auch auf den gebührenpflichtigen Plätzen müssen sie nichts zahlen. Möglich macht dies eine persönliche Pin, die sie in den Automaten eingeben können.

Zum ersten Mal hat die Stadtraum GmbH ihre Parkautomaten übrigens in der Farbe Grau geliefert. „Das war ein Wunsch der Stadt Lauenburg“, sagt Ronald Westphal. Grund sind Gestaltungsvorgaben der Verwaltung für die Altstadt, die schon beim bunten Bücherhäuschen für den Rufer-Platz für Diskussionen gesorgt hatten. Das steht nun vor der alten Rathsapotheke an der Elbstraße – in Grau.