Testprojekt „TaBuLa“

Automatisierter Bus startet 2019 in Lauenburg

Foto: Karin Lohmeier / BGZ/Karin Lohmeier

Lauenburg. Der automatisierte Bus soll im April 2019 in Lauenburg starten – ab 2020 fährt er auch in die Altstadt.

Lauenburg.  Die Spannung ist groß: 2019 soll das Projekt „TaBuLa“ in Lauenburg starten. Die Stadt ist damit einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen das automatisierte Fahren getestet wird. Gefördert wird das Forschungsprojekt mit 1,9 Millionen Euro vom Bund.

„Die Ausschreibung läuft, so dass wir davon ausgehen, dass zwei Busse bis April 2019 zur Verfügung stehen“, sagte Prof. Carsten Geertz bei der Vorstellung des Projektes. Es handele sich um kleine Elektro-Busse, die etwa acht Personen Platz bieten. „Wir wollen damit ja auch den Einsatz in nachfrageschwachen Räumen ausprobieren“, so Geertz.

Sind die Fahrzeuge angekommen, müssen sie zunächst die Strecke „erlernen“. Verlauf und Längen werden eingemessen, typische Verkehrssituationen wie Vorfahrtsregelungen programmiert. Nicht alles ist technisch geklärt.

Das größte Problem sind die Ampeln

„So können die Fahrzeuge bislang noch nicht die Ampelfarben erkennen“, nannte Geertz das wohl größte Problem. In der zweiten Testphase kann an den Ampeln der B 5 noch der Begleiter eingreifen. Doch in der dritten Phase soll der Bus ohne Begleitung fahren – – es ist der Übergang vom automatisierten zum autonomen Fahren. Probleme könnten auch die Poller an der Elbstraße und parkende Autos bereiten. „Da wird an Lösungen gearbeitet“, versprach Geertz.

Es sei eben ein Test – nicht nur für die Technik. Auch die Akzeptanz bei den Bürgern und die Integration in den Verkehrsfluss sowie die Verbindung mit den übrigen ÖPNV-Angeboten sollen erprobt werden. Und die Anpassung an schwierige Bedingungen vor Ort: unregelmäßiges Pflaster, enge Straßen und steile Fahrwege stellen in Lauenburg hohe Anforderungen.

Mit 20 Kilometern in der Stunde unterwegs

Mit nur 20 Kilometern in der Stunde wird der automatisierte Bus unterwegs sein. „Möglich wären 40 bis 50, aber in Deutschland bekommen wir aus Sicherheitsgründen nur maximal 20 km/h genehmigt“, so Geertz. Die Fahrt ist kostenlos, Fahrgäste müssen aber damit rechnen, von den Forschern befragt zu werden. Geplante Betriebszeiten: dienstags bis freitags von 8 bis 11 und 14 bis 17, sonnabends von 8 bis 14 Uhr sowie sonntags und feiertags nach Bedarf.

„Wäre eine Ausweitung der Nutzungszeiten auf das Wochenende möglich? Denn so ein Bus ist ja auch eine Attraktion für Touristen“, fragte Stadtvertreter André Peylo (SPD). Das hänge von der Personalausstattung ab, man könne mit den VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) darüber reden, so Geertz.

Bundesweit bedeutsamer Test

Immo Braune (SPD) vom Ausschuss für Umwelt, Digitalisierung und Energiewende wollte wissen, was denn nach dem Projekt für Lauenburg bleibt: „Dürfen wir uns jetzt als Zukunftsstadt fühlen und dann ist der Bus wieder weg?“ Im Prinzip werde das wohl so sein, räumte der Projektleiter ein. „Denn es ist eben ein bundesweit bedeutsamer Test“.

Für den begrenzten Zeitraum würden zudem keine Fahrzeuge gekauft. Es seien Mietfahrzeuge angefragt, um während der Testphase intensiv mit den Herstellern im Gespräch zu bleiben. Schlusswort der Ausschussvorsitzenden Brika Üffink (Grüne): „Ein tolles Projekt – ich freue mich sehr, dass es hier in Lauenburg durchgeführt wird.“